Studie zeigt: Kriminalität unter syrischen Tatverdächtigen in NRW hat sich verfünffacht
Marlene SeifertStudie zeigt: Kriminalität unter syrischen Tatverdächtigen in NRW hat sich verfünffacht
Eine neue Studie offenbart einen deutlichen Anstieg der Kriminalität unter syrischen Tatverdächtigen in Nordrhein-Westfalen (NRW) im vergangenen Jahrzehnt. Die Zahl der beteiligten Personen hat sich verfünffacht, wobei viele Fälle mit Gewaltdelikten in Verbindung stehen. Forscher fordern die Ausländerbehörden nun auf, über die bisherige Fokussierung auf Clan-Kriminalität oder organisierte Strukturen hinauszugehen und einen umfassenderen Ansatz zu verfolgen.
Die Untersuchung, bekannt als das "Euphrat"-Projekt, wurde initiiert, nachdem ein spürbarer Anstieg der Kriminalitätsraten unter syrischen Staatsbürgern in Deutschland registriert worden war. Ziel war es zu prüfen, ob sich innerhalb der Gemeinschaft die vier Fälle der Clan-Kriminalität oder Strukturen der organisierten Kriminalität bilden. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Fälle zwar existieren, aber mit etwa 2 Prozent der syrischen Tatverdächtigen selten bleiben.
Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 ist die syrische Bevölkerung in NRW auf rund 288.000 Menschen angewachsen. Die meisten ließen sich zwischen 2015 und 2016 im Ruhrgebiet nieder. Trotz dieses Wachstums bleibt die absolute Zahl der syrischen Tatverdächtigen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional hoch.
Gewaltdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machen etwa 38 Prozent aller registrierten 4 Fälle mit syrischen Tatverdächtigen aus. Der Großteil der Straftaten fällt in den Bereich der Allgemeinkriminalität und wird oft von Einzelpersonen oder kleinen, locker verbundenen Gruppen begangen. Die Forscher stellten fest, dass viele der Verdächtigen junge Männer mit einer Neigung zu Gewalt sind.
Der Bericht empfiehlt den Sicherheitsbehörden, konsequent gegen Kriminalitätsschwerpunkte vorzugehen und die Datenerfassung zu verbessern. Zudem wird eine bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie eine engere Verzahnung von Justiz- und Integrationspolitik gefordert, um eine weitere Kriminalisierung junger Syrer zu verhindern.
Die Studie unterstreicht den deutlichen Anstieg der Kriminalität unter syrischen Tatverdächtigen, insbesondere bei Gewaltdelikten. Von den Behörden wird nun erwartet, stärkere präventive Maßnahmen umzusetzen und ihre Strategien zu überarbeiten. Eine Zusammenarbeit über alle Regierungsebenen hinweg und eine höhere Datenqualität werden entscheidend sein, um das Problem wirksam anzugehen.
