03 March 2026, 16:01

Wie eine vergessene Kriegsluftbrücke Assam und Yunnan bis heute verbindet

Ein altes Indien- und Himalaya-Karte, detailliert mit geografischen Merkmalen wie Flüssen, Bergen und Städten, mit Text in einer klassischen Schriftart.

Wie eine vergessene Kriegsluftbrücke Assam und Yunnan bis heute verbindet

Ein Luftbrücke im Krieg prägte einst das Schicksal zweier entfernter Regionen – Assam in Indien und Yunnan in China. Unter dem Namen "The Hump" ging diese kühne Operation während des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein: Sie lieferte nicht nur lebenswichtige Güter, sondern hinterließ auch ein komplexes Erbe aus Handel, Ökologie und kulturellem Austausch. Jahrzehnte später hat ein Gespräch zwischen der Künstlerin Mi You und der Schriftstellerin Madhusree Dutta, angeregt durch die Pandemie, die vergessenen Geschichten dieser gemeinsamen Vergangenheit wieder zum Leben erweckt.

Zwischen 1942 und 1945 organisierte das US-Militär die "Hump"-Luftbrücke, die über den östlichen Himalaya flog, um Munition, Treibstoff und Lebensmittel zu den chinesischen Truppen in Yunnan zu bringen. Durch die japanischen Vorstöße abgeschnitten, verband die Route die Flugplätze Assams mit Kunming und verwandelte die einst ruhige Provinzhauptstadt in ein pulsierendes Zentrum. Der Zustrom an Gütern befeuerte Schwarzmärkte, belebt die lokale Wirtschaft und brachte sogar ungewöhnliche Schmuggelware mit sich – so landete ein britisches Kolonialklavier aus Assam im Familienhaus von Mi You in Kunming.

Doch die Auswirkungen der Luftbrücke gingen über den Handel hinaus. Wracks abgestürzter Flugzeuge wurden zu Alltagsgegenständen umfunktioniert, etwa zu Werkzeugen oder Bauwerken. Gleichzeitig vertrieben der Lärm und die Störungen die Tiger aus ihren Dschungelhabitaten und trieben sie in die Teeplantagen – mit nachhaltigen Folgen für das ökologische Gleichgewicht der Region. Diese wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen wirkten noch lange nach Kriegsende nach.

Jahre später begann Madhusree Duttas Mutter, an Demenz zu erkranken, und brachte so bruchstückhafte Erinnerungen an Assams Rolle im Krieg zutage. Diese persönliche Erfahrung führte Dutta dazu, mit Mi You und dem Forscher Purav Goswani zusammenzuarbeiten. Sie verwebten mündliche Überlieferungen, Archivmaterial und künstlerische Installationen zu einem Projekt, das Kindertänze, inszenierte Dialoge und Flussufer-Kunst vereint. Im Mittelpunkt stehen Themen der Hybridität – von den "Trümmerfrauen" des Nachkriegsdeutschlands bis zur modernen Chongqing-Duisburg-Eisenbahn.

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Die Pandemie brachte Dutta und Mi You zusammen und weckte neues Interesse an "The Hump" und seinem Erbe. Ihre Arbeit zeigt, wie Krieg, Erinnerung und Krankheit verborgene Verbindungen zwischen Orten und Menschen freilegen können. Die Geschichten Assams und Yunnans, längst von der Zeit begraben, erhalten durch Kunst und Forschung nun ein neues Leben.