Duisburgs vergessene NS-Verbrechen: 38 Erschossene kurz vor Kriegsende
Duisburgs vergessene NS-Verbrechen: 38 Erschossene kurz vor Kriegsende
Ein wenig bekanntes Kapitel der NS-Verbrechen in Duisburg wird in einem bevorstehenden Vortrag beleuchtet. Der Historiker Thorsten Fischer spricht über die Erschießung von 38 Menschen ohne Prozess in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs. Die Veranstaltung findet am 8. März 2023 im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg statt.
Am 21. März und 9. April 1945 ließ der Duisburger Polizeichef Franz Bauer 38 Personen töten – ohne vorherige rechtliche Verfahren. Die Opfer wurden in einem Massengrab auf dem Waldfriedhof beigesetzt.
Nach der Befreiung der Stadt am 12. April 1945 exhumierten alliierte Truppen die Leichen und bestatteten sie am König-Heinrich-Platz neu. Die Stätte wurde später als "Russische Gräber" bekannt und steht als düstere Mahnung für die NS-Verbrechen. Der amerikanische Stadtkommandant erließ einen Erlass, um den Ort als offiziellen Friedhof zu erhalten.
Der Vortrag widmet sich diesen Ereignissen und ihrer nachhaltigen Prägung des Duisburger Kriegsgedächtnisses. Fischers Referat beginnt um 15 Uhr im Museum.
Die Hinrichtungen bleiben ein dunkles, aber bedeutendes Kapitel der Duisburger Geschichte. Die erhaltene Grabstätte dient bis heute als Mahnmal für die Ermordeten. Mit seinem Vortrag möchte Fischer diese vergessene Episode wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken.
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