03 March 2026, 10:03

Wasserkraft in NRW: Warum der Ausbau stockt und Klimaziele gefährdet sind

Ein Fluss durchquert ein grünes Feld mit Stromleitungen, Gras, Pflanzen, Bäumen und Türmen im Vordergrund, mit Bergen und Himmel im Hintergrund.

Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - Wasserkraft in NRW: Warum der Ausbau stockt und Klimaziele gefährdet sind

Ausbau der Wasserkraft in Nordrhein-Westfalen stockt – Klimaziele in Gefahr

Der Ausbau der Wasserkraft in Nordrhein-Westfalen (NRW), einem Bundesland in Deutschland, ist nahezu zum Erliegen gekommen und wirft Fragen zur Erreichung der Energie- und Klimaziele des Landes auf. 2025 ging trotz geeigneter Standorte an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre nur ein kleines Kraftwerk ans Netz. Branchenvertreter warnen, dass verzögerte Genehmigungsverfahren und bürokratische Hürden die Entwicklung blockieren.

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In den vergangenen fünf Jahren entstanden bundesweit rund 250 neue Mini-Wasserkraftwerke (unter 1 Megawatt Leistung), mit Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen als Vorreitern. NRW hingegen, wo Ende 2025 insgesamt 517 Anlagen in Betrieb waren, brachte es lediglich auf eine Neuanlage – ein 26-Kilowatt-Kraftwerk in Düren. Größere Wasserkraftprojekte wurden im vergangenen Jahr im Land keine fertiggestellt.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) sieht in der Stagnation einen Rückschlag. Verbandsvorsitzender Hans-Josef Vogel kritisiert, dass der Stillstand den Klimazielen NRWs zuwiderläuft und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit gefährdet. Als Hauptgründe nennt er langwierige Genehmigungsverfahren sowie Widerstand von Naturschutzverbänden.

Hinzu kommt ein Entwurf der Wasserstrategie NRW, der einen beschleunigten Rückbau von Flussbarrieren vorsieht – was die Nutzung der Wasserkraft weiter einschränken könnte. Die bestehenden Anlagen im Land erzeugen derzeit knapp 191 Megawatt – ein Bruchteil der Leistung eines einzigen Kohlekraftwerks wie Datteln 4, das rund 1.100 Megawatt liefert.

Während andere Bundesländer den Ausbau kleiner Wasserkraftwerke vorantreiben, bleibt NRW mit nur einer Neuanlage 2025 weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Ob das Land seine Energieziele erreicht, hängt davon ab, ob es gelingt, die regulatorischen und ökologischen Hindernisse zu überwinden. Die Lücke zwischen politischen Ambitionen und tatsächlichem Fortschritt wird immer deutlicher.