19 February 2026, 08:23

Aus "Amerikaner" wird "Grönländer" – wie eine Bäckerei Politik backt

Eine alte Visitenkarte mit einer Zeichnung eines Bäckers und einem Text, der eine Brot- und Keksbäckerei beschreibt.

Lüneburger Bäckerei-Idee: 'Grönländer' statt 'Amerikaner' - Aus "Amerikaner" wird "Grönländer" – wie eine Bäckerei Politik backt

Eine kleine Bäckerei in Lüneburg sorgt bundesweit für Aufsehen – mit der Umbenennung eines Klassikers. Die De Heidbäcker GmbH hat das runde, zuckerglasierte Gebäck "Amerikaner" kurzerhand in "Grönländer" umbenannt – als spielerischen Protest. Den Anstoß gab die aktuelle Diskussion in den USA über einen möglichen Kauf Grönlands. Für die Bäckerei ist der Schritt sowohl politische Stellungnahme als auch kluge Marketingstrategie.

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Die Idee stammt von Geschäftsführer Jannik Harms, der überzeugt ist, dass Bäckereien auch gesellschaftliche Themen aufgreifen sollten. "Politik gehört zum Alltag – selbst bei der Namensgebung eines Gebäcks", argumentiert er. Über dem Ladeneingang prangt nun das Schild "Make cake not war" – eine klare Botschaft.

Wer weiterhin einen "Amerikaner" bestellt, bekommt zwar dasselbe Gebäck, doch auf der Rechnung steht nun "Grönländer". Die Kunden vor Ort zeigen sich begeistert und sehen darin eine Solidaritätsbekundung mit Dänemark und Europa. Selbst aus dem Ausland gibt es Zuspruch: Ein Kunde aus Prag lobte die Aktion.

Noch einige Wochen bleiben die Teilchen im Sortiment, bevor sie bis zum Herbst aus den Regalen verschwinden. Harms betont, der neue Name bleibe so lange, wie die USA ihr Interesse an Grönland aufrechterhalten. Die Herkunft des "Amerikaners" bleibt indes rätselhaft – manche führen ihn auf ein Triebmittel zurück, andere auf die Form eines Soldatenhelms.

Für die Bäckerei hat sich der Coup gelohnt: Die Umbenennung sorgte für bundesweite Medienpräsenz und machte aus einem kleinen Betrieb ein landesweites Gesprächsthema.

Die temporäre Umfirmierung hat De Heidbäcker unerwartete Publicity beschert. Zwar kehrt das Gebäck im Herbst unter seinem neuen Namen zurück, doch die politische Geste hat bereits Spuren hinterlassen. Bis dahin können Kunden ihren "Grönländer" mit einer Prise Satire genießen.