Willich kämpft mit neuer Filteranlage gegen PFAS-Gift im Trinkwasser
Marlene SeifertWillich kämpft mit neuer Filteranlage gegen PFAS-Gift im Trinkwasser
Willich installiert neue Filteranlage gegen schädliche PFAS-Chemikalien im Trinkwasser
In Willich ist eine neue Filteranlage in Betrieb genommen worden, um gefährliche PFAS-Chemikalien aus dem Trinkwasser zu entfernen. Die 1,4 Millionen Euro teure Anlage ging am 26. Januar am Wasserwerk Darderhöfe ans Netz und versorgt rund 65.000 Einwohner in Willich und Meerbusch-Osterath. Die Behörden machen illegale Entsorgung von Löschschaum für die Verunreinigung verantwortlich.
Das System nutzt acht große Metallsilos, die mit Aktivkohle gefüllt sind, um die PFAS-Stoffe herauszufiltern. Zwei zusätzliche Filter bleiben als Reserve beim Hersteller gelagert. Täglich reinigt die Anlage etwa 11.000 Kubikmeter Wasser und sorgt dafür, dass die PFAS-Werte unter dem gesetzlichen Grenzwert von 7 Nanogramm pro Liter liegen.
Die Aktivkohle verliert mit der Zeit an Wirksamkeit und muss alle sechs Monate ausgetauscht werden. Die jährlichen Wartungskosten belaufen sich auf geschätzte 200.000 Euro – zusätzlich zu den Anfangsinvestitionen. Seit 2023 wurden aus anderen deutschen Regionen keine ähnlichen Verunreinigungen durch illegale Schaumentsorgung gemeldet.
Unterdessen bereitet der kommunale Versorger eine Klage vor, um Schadensersatz zu erstreiten. Mit dem Rechtsweg wird im ersten Halbjahr gerechnet, doch das Verfahren könnte sich hinziehen.
Die neue Filteranlage stellt sicher, dass die strengeren Trinkwasserverordnungen eingehalten werden. Die Anwohner erhalten nun Wasser mit PFAS-Werten deutlich unter dem gesetzlichen Limit. Der Versorger setzt weiterhin auf gerichtliche Schritte, um die durch die Verunreinigung entstandenen Kosten erstattet zu bekommen.
