26 February 2026, 04:32

Ökonomin Ulrike Malmendier verlässt den Sachverständigenrat nach politischer Kontroverse

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Ökonomin Ulrike Malmendier verlässt den Sachverständigenrat nach politischer Kontroverse

Die renommierte Ökonomin Ulrike Malmendier wird den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Anfang 2026 verlassen, dennoch die Bundesregierung beschlossen hat, ihre Amtszeit nicht zu verlängern. Die Entscheidung stößt auf Kritik – Befürworter warnen vor einer zunehmenden Politisierung des Gremiums und einer Abkehr von dessen traditionell liberaler Wirtschaftsausrichtung. Ihr Ausscheiden markiert die erste Veränderung unter den vier Ratsmitgliedern, deren Mandate derzeit überprüft werden.

Malmendier war 2022 in den Sachverständigenrat berufen worden und galt als eine der angesehendsten Wirtschaftswissenschaftlerinnen Deutschlands. Ihre Ernennung wurde damals als großer Gewinn für das Gremium gewertet. Während ihrer Amtszeit brachte sie unter anderem Reformvorschläge für den vorzeitigen Renteneintritt ein und prägte damit zentrale wirtschaftspolitische Debatten.

Die vorzeitige Beendigung ihrer Tätigkeit folgte auf die Ablehnung einer Verlängerung durch sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch das Bundeskanzleramt. Dieser Schritt hat eine Kontroverse ausgelöst, insbesondere in den Reihen der von der CDU geführten Opposition, die dem Rat unter der SPD-Führung eine wachsende Politisierung vorwirft. Die CDU hat bereits Gabriel Felbermayr als möglichen Nachfolger ins Spiel gebracht.

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Ökonomen wie Jens Südekum warnen, dass Malmendiers abruptes Ausscheiden ein negatives Signal an die Wissenschaftswelt sende. Auch ein hochrangiger Berater von Finanzminister Lars Klingbeil bedauerte ihren Rückzug. Unterdessen wird über eine mögliche umfassendere personelle Umstrukturierung diskutiert, um den Rat zu stabilisieren – konkrete Änderungen am Auswahlverfahren wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Die Forderungen nach einer Reform des Gremiums werden lauter: Einige fordern mehr Unabhängigkeit und eine stärkere Attraktivität für Spitzenökonomen. Bisher gibt es jedoch keine greifbaren Schritte, um die Besetzung des Rates zu ändern.

Malmendiers Ausscheiden tritt Ende Februar 2026 in Kraft und hinterlässt eine Lücke in der fachlichen Expertise des Rates. Die Entscheidung spiegelt die größeren Spannungen um die Ausrichtung des Gremiums und sein Verhältnis zur Regierung wider. Immernoch ungewiss bleibt vorerst, wie sich der Rat künftig zusammensetzt – und ob es ihm gelingen wird, weiterhin führende Wirtschaftswissenschaftler anzuziehen.