Gericht entscheidet über IS-Unterstützerin: Droht Nadine D. der Prozess?
Tom GießAufrufe für inhaftierte IS-Mitglieder: Deutscher Sympathisant angeklagt - Gericht entscheidet über IS-Unterstützerin: Droht Nadine D. der Prozess?
Entscheidung im Prozess gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin erwartet
Eine Deutsche, die beschuldigt wird, ein Hilfsnetzwerk für inhaftierte Mitglieder des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) betrieben zu haben, steht vor einer wegweisenden Gerichtsentscheidung. Nadine D. muss sich wegen des Vorwurfs der Geldsammlung und der Förderung von Solidarität mit extremistischen Anhängern vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Nun wird das Gericht darüber entscheiden, ob die Anklage gegen sie zugelassen wird.
Laut Bundesanwaltschaft soll Nadine D. spätestens seit 2019 eine Initiative zur Unterstützung inhaftierter IS-Anhänger organisiert haben. Sie habe Anhänger aufgefordert, Briefe, Fotos und Solidaritätsbekundungen an die Gefangenen zu schicken. Zudem werde ihr vorgeworfen, über verschiedene Online-Profile Spenden in Höhe von knapp 15.000 Euro für die Inhaftierten oder deren Familien gesammelt zu haben.
Die Frau war im September vergangenen Jahres in Düsseldorf festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben, neben weiteren Straftaten. Ihr Fall reiht sich in eine Serie von Ermittlungen gegen mutmaßliche Extremistennetzwerke in Deutschland ein.
In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 25 Personen oder Gruppen wegen des Verdachts der Unterstützung von Organisationen wie dem IS oder Al-Qaida angeklagt oder festgenommen. Zu den bekanntesten Fällen zählen die Verhaftung von sieben Personen in Berlin im April 2024 und von vier Verdächtigen in Nordrhein-Westfalen im Oktober 2023.
Die Entscheidung des Gerichts über die Zulassung der Anklage wird darüber bestimmen, ob es zu einem Prozess kommt. Sollte die Anklage zugelassen werden, drohen Nadine D. schwere Strafen nach dem deutschen Antiterrorgesetz. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, die finanzielle und logistische Unterstützung für extremistische Gruppen zu unterbinden.
