"Miss Germany" setzt auf Führung statt Schönheit – doch zwei Finalistinnen kämpfen gegen Vorurteile

Patrik Wesack
Patrik Wesack
2 Min.
Ein altes Buchcover mit drei Frauen in traditioneller bayrischer Tracht, wobei eine ein Teller mit einem herzförmigen Objekt hält, betitelt mit "Riaderadatich, September 1918".Patrik Wesack

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" setzt auf Führung statt Schönheit – doch zwei Finalistinnen kämpfen gegen Vorurteile

"Miss Germany"-Wettbewerb feiert Finale mit neuem Fokus auf Führung und Unternehmertum

Dieses Wochenende erreicht der deutsche Schönheitswettbewerb "Miss Germany" seinen Höhepunkt – neun Frauen konkurrieren um den Titel. Doch statt klassischer Schönheitsideale stehen diesmal Führungskompetenzen und unternehmerisches Engagement im Mittelpunkt. Zwei Finalistinnen, die ein Kopftuch tragen, sehen sich jedoch mit Kritik konfrontiert, weil sie vermeintlich nicht dem veralteten Bild einer "deutschen Frau" entsprechen.

Über 2.600 Bewerberinnen hatten sich für den Wettbewerb gemeldet, der sich zunehmend von traditionellen Schönheitskriterien löst und stattdessen Gründerinnen sowie zukünftige Führungspersönlichkeiten in den Vordergrund stellt.

Unter den neun Finalistinnen engagieren sich fünf besonders für die Förderung von Frauen in Führungspositionen oder der Wirtschaft. Abina Ntim gründete JONA Curly Hair Care, die Biologin Amelie Reigl forscht an künstlich gezüchteter menschlicher Haut, Büsra Sayed führt das Modelabel für bescheidene Mode by Caramella, Amina Ben Bouzid unterstützt frauengeführte Marken, und Paula Daub leitet den Vertrieb eines Beauty-Tech-Start-ups.

Gerade Sayed und Ben Bouzid, die beide ein Kopftuch tragen, erleben seit ihrer Nominierung eine Welle der Ablehnung. Sayed tritt in der Kategorie Female Founder an, Ben Bouzid in Female Leader. Vor allem männliche Kritiker stellen infrage, ob sie "deutsche Frauen" repräsentieren können – begleitet von rassistischen und sexistischen Hasskommentaren in den sozialen Medien.

Trotz der Anfeindungen bleiben beide entschlossen. Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, Klischees zu durchbrechen und kommende Generationen zu inspirieren. Ben Bouzid und Sayed betonen selbstbewusst ihre deutsche Identität – Sayed scherzte gar mit dem Klischee der deutschen Belüftungssysteme, um die Stimmung aufzulockern.

Die Veranstalter haben den Wettbewerb bewusst von klassischen Schönheitswettbewerben abgegrenzt. Stattdessen sollen Frauen im Rampenlicht stehen, die das Potenzial haben, in DAX-Vorstände einzuziehen oder als Unternehmerinnen erfolgreich zu sein. Zu den Finalistinnen zählen diesmal nicht nur Geschäftsfrauen, sondern auch eine Pressesprecherin der Bundeswehr und eine Wissenschaftlerin – ein Zeichen für den Wandel des Wettbewerbs.

Beim Finale wird eine neue "Miss Germany" gekürt, die moderne Führung verkörpert und nicht veraltete Schönheitsnormen. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid hat bereits Debatten über Vielfalt und Repräsentation ausgelöst. Ihr Auftritt könnte das Bild von Vorbildern für Frauen in Deutschland heute neu definieren.

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