Ehemaliger Janukowytsch-Berater Andriy Portnov in Madrid erschossen
Marlene SeifertNach Mord an ukrainischem Politiker: Mann festgenommen - Ehemaliger Janukowytsch-Berater Andriy Portnov in Madrid erschossen
Andriy Portnov, ein ehemaliger ukrainischer Politiker und Jurist, wurde am 21. Mai 2025 in Madrid bei einem Attentat erschossen. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der American School of Madrid, wo der 50-Jährige von fünf Kugeln getroffen wurde, darunter mehrere in den Kopf. Die Behörden haben seitdem Ermittlungen zu dem Mord aufgenommen.
Portnov blickte auf eine lange politische Karriere in der Ukraine zurück. Zwischen 2010 und 2014 arbeitete er als Berater und stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung unter Viktor Janukowytsch. In dieser Zeit spielte er eine zentrale Rolle bei der Umstrukturierung des ukrainischen Justizsystems.
Nach Janukowytschs Sturz 2014 floh Portnov zunächst nach Russland. 2019 kehrte er in die Ukraine zurück, verließ das Land jedoch erneut nach dem russischen Großangriff im Jahr 2022. Die USA verhängten 2021 Sanktionen gegen ihn, während die EU ihre Beschränkungen später aufhob, nachdem er erfolgreich dagegen klagte.
Ein Tatverdächtiger wurde inzwischen im nordrhein-westfälischen Heinsberg festgenommen. An der Operation waren sowohl die spanische Policía Nacional als auch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) beteiligt. Ein Europäischer Haftbefehl und ein Europäischer Ermittlungsbefehl wurden erlassen, um die Wohnung des Verdächtigen zu durchsuchen.
Die Ermittlungen zu Portnovs Tod laufen weiterhin unter der Federführung spanischer und deutscher Behörden. Sein Tod folgt auf Jahre politischer Aktivitäten in der Ukraine, darunter seine Tätigkeit in Janukowytschs Regierung. Der Fall bleibt in Bewegung, während die Polizei weitere Beweise sichert.
