Falsche Plakate für Null-Euro-Tickets sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen
Falsche Plakate für Null-Euro-Tickets sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen
Falsche Plakate für "Null-Euro-Tickets" an über 20 Bahnhöfen in Deutschland aufgetaucht
An mehr als 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland sind falsche Plakate aufgetaucht, die "Null-Euro-Tickets" bewerben. Die von einer Aktivistengruppe organisierte Aktion imitiert die offizielle Werbung der Deutschen Bahn, wurde vom Bahnkonzern jedoch als betrügerisch zurückgewiesen. Die Behörden ermitteln nun wegen des Vorfalls, der sich über mehrere Bundesländer erstreckt.
Das Aktivistenkollektiv Widerstands-Kollektiv hat sich zu den Plakaten bekannt. Zudem schaltete die Gruppe die Website bahn-kostenlos.info, um die Idee eines kostenlosen Öffentlichen Nahverkehrs zu bewerben. Die Initiatoren behaupten, ihr Ziel sei es, eine Debatte über die Verkehrspolitik Deutschlands anzustoßen – insbesondere über die Förderung von Dienstwagen statt des öffentlichen Verkehrs.
Die Plakate wurden in vier Bundesländern angebracht: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Das Werbeunternehmen Ströer entfernte sie, nachdem bestätigt worden war, dass sie nicht Teil einer offiziellen Kampagne sind. Die Deutsche Bahn verurteilte die Aktion als irreführend und prüft rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen.
Adbusting – das Verändern oder Ersetzen echter Werbung durch politische Botschaften – kann in Deutschland strafbar sein. Das Bundesverfassungsgericht urteilte bereits, dass solche Aktionen bestraft werden können, wenn originale Plakate gestohlen oder Vitrinen beschädigt werden. Dennoch besteht das Widerstands-Kollektiv darauf, dass seine Kampagne legal sei und eine Diskussion über die Verkehrsfinanzierung anregen solle.
Die Gruppe argumentiert, dass die Gelder, die derzeit in Dienstwagen-Subventionen fließen, stattdessen für kostenlose Bus- und Bahnfahrten verwendet werden sollten. Ihre Plakate ähneln stark den offiziellen Designs der Deutschen Bahn, was nach Angaben des Konzerns die Öffentlichkeit in die Irre führt.
Die Deutsche Bahn machte deutlich, dass sie die falsche Kampagne nicht dulden werde und rechtliche Konsequenzen prüfe. Die Plakate wurden zwar entfernt, doch die Debatte über die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs hält an. Die Aktivistengruppe bleibt trotzig und steht weiterhin zu ihrer Forderung nach kostenlosem Nahverkehr als Alternative zu Dienstwagen-Zuschüssen.
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