Till Lindemanns Signierstunde in Berlin: Begeisterung trifft auf Proteste
Tom GießTill Lindemanns Signierstunde in Berlin: Begeisterung trifft auf Proteste
Hunderte Fans versammelten sich diese Woche im Berliner Stadtteil Wilhelmsruh, um Till Lindemann und Joey Kelly zu treffen. Das Duo erschien, um Exemplare ihres umstrittenen neuen Fotobands zu signieren. Einige Anhänger hatten stundenlang vor Ort campiert, und die Schlange bildete sich lange vor Beginn der Veranstaltungen heute in der Nähe.
Ursprünglich sollte die Signierstunde im Astra Kulturhaus, einem linksalternativen Kulturzentrum in der Nähe der Warschauer Straße, stattfinden. Doch nach Online-Protesten verlegten die Organisatoren den Termin in den Rammstein-Shop. Emmas Mutter, die ihre 17-jährige Tochter zur Veranstaltungen heute begleitete, gab zu, Bedenken wegen des ursprünglichen Orts gehabt zu haben.
Emma, eine begeisterte Fan, hatte ihr Taschengeld gespart, um sich das Buch zu kaufen, und beschrieb ihre kurze Begegnung mit Lindemann als "unglaublich mega". Andere Besucher teilten ihre Euphorie und verließen die Veranstaltungen heute mit signierten Büchern, Kleidung und weiteren Rammstein-Merchandise-Artikeln.
Die Signierstunde fand statt, nachdem die Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen Lindemann geprüft und das Verfahren ohne Anklage eingestellt hatte. Viele Fans vor Ort wiesen die Anschuldigungen zurück und argumentierten, es sei kein strafbares Fehlverhalten nachgewiesen worden und die beteiligten Frauen seien erwachsen gewesen. Gleichzeitig haben sich über 50.000 Menschen der Kampagne "Keine Bühne für Täter" angeschlossen, die zu einem Boykott seiner Auftritte aufruft. Petitionen auf Plattformen wie Campact und Change.org sammeln weiterhin Unterstützung.
Emmas Mutter, selbst weniger begeistert, erkannte die von Kritikern geäußerten Bedenken an. Sie nachvollzog, warum einige Eltern und Aktivisten infrage stellen, ob der Inhalt des Buches für jüngere Fans geeignet sei.
Die Signierstunde verlief ohne Zwischenfälle, trotz der anhaltenden öffentlichen Debatte. Während Fans mit Autogrammen und Souvenirs nach Hause gingen, halten Kritiker an ihren Forderungen nach Konsequenzen fest. Die Kontroverse um Lindemann zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung – sowohl Befürworter als auch Gegner bleiben lautstark.
