Cottbus feiert Rekord-CSD trotz rechtsextremer Drohungen und Solidaritätsbekundungen
Cottbus feiert Rekord-CSD trotz rechtsextremer Drohungen und Solidaritätsbekundungen
Cottbus feiert größten Christopher-Street-Day – mit Rekordbeteiligung und rechtsextremen Spannungen
Am Samstag fand in Cottbus der bislang größte Christopher-Street-Day (CSD) statt, der mit rund 1.000 Teilnehmenden den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland markierte. Die farbenfrohe und mit provokanten Parolen gespickte Veranstaltung stand jedoch unter dem Schatten der Angst vor rechtsextremer Gewalt.
Den Auftakt des Umzugs bildeten Miss Cherry Moonshine und ein Storch in roten Hosen, gefolgt von einer 20 Meter langen Regenbogenflagge. Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch unterstrichen die internationale Solidarität der Teilnehmenden. Kreativ gestaltete Transparente wie "Queer, sexy, sorbisch" oder "Als wir mehr Rechte forderten, meinten wir nicht mehr verdammte Nazis" setzten ein kämpferisches Statement.
Rund 200 Unterstützer:innen waren extra aus anderen Städten angereist. Die Organisator:innen forderten mehr gesellschaftliche Akzeptanz und riefen die brandenburgische Landesregierung auf, das Budget für den Queer-Aktionsplan auf 500.000 Euro zu erhöhen. Doch die Stimmung blieb angespannt: Erst am Freitag waren Regenbogenflaggen im Büro der CSD-Veranstalter beschädigt worden, und in der Vorwoche gab es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat.
Zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen waren angemeldet, doch nur etwa 90 Personen erschienen und schlossen sich zu einer einzigen Demonstration zusammen. Einige queere Einwohner:innen sollen laut Berichten sogar überlegt haben, Cottbus wegen der zunehmenden Bedrohungen zu verlassen.
Der CSD Cottbus 2025 verzeichnete trotz der anhaltenden Konflikte mit Rechtsextremen einen Besucherrekord. Nun warten Organisator:innen und Teilnehmende auf Reaktionen zu ihren Forderungen nach mehr Förderung und Schutz. Die Mischung aus Feierlaune und Widerstandswillen zeigte einmal mehr, vor welchen Herausforderungen die lokale queere Community weiterhin steht.
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