Ruhrfestspiele bangt um Iran-Drama: Visaprobleme gefährden die Premiere

Nelly Girschner
Nelly Girschner
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Ein detaillierter Kartenausschnitt des Persischen Reichs mit Provinzen und Städten, primarily in shades of blue, green, and yellow, with text in bold font at the bottom.Nelly Girschner

Ruhr Festival Startet mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele bangt um Iran-Drama: Visaprobleme gefährden die Premiere

Ruhrfestspiele starten mit einem kraftvollen Flüchtlingsdrama aus dem Iran – wenn die Schauspieler es nach Deutschland schaffen

Die diesjährigen Ruhrfestspiele sollen am 1. Mai mit einem bewegenden Stück über Flucht aus dem Iran eröffnet werden – doch ob die Besetzung rechtzeitig einreisen kann, steht noch in den Sternen. Das Festival, das bis zum 13. Juni dauert, sieht sich mit Unsicherheiten konfrontiert, da Visaprobleme die Premiere gefährden. Unter dem Titel "Das Kind" erzählt das Stück von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Geschrieben wurde es von der iranischen Dramatikerin Naghmeh Samini.

Eigentlich sollte die Produktion in persischer Sprache – mit deutschen und englischen Untertiteln – das Festival in Recklinghausen eröffnen. Doch seit Anfang 2026 erschweren verschärfte Visabestimmungen für iranische Staatsbürger die Reisepläne der Theatergruppe. Trotz der Bemühungen von Festivalleiter Olaf Kröck, der mit dem Auswärtigen Amt koordiniert und über WhatsApp in Kontakt steht, wurden bisher keine Einreiseerlaubnisse erteilt.

Hinzu kommt, dass die übliche Spielstätte, das Große Haus, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Die diesjährigen Aufführungen finden stattdessen in einem provisorischen Zelt mit fast 500 Plätzen statt. Sollten die iranischen Schauspieler nicht einreisen dürfen, müsste die Vorstellung abgesagt werden – eine Entscheidung, die, wie Kröck einräumt, selbst eine Botschaft senden würde.

Das diesjährige Festivalmotto "Schock und Staunen" erhält dadurch eine ungewollte Brisanz. Eigentlich war für den 1. Mai eine kulturelle Maifeier geplant, doch das Schicksal von "Das Kind" bleibt ungewiss. Über virtuelle Alternativen wurde nachgedacht, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Eine Absage der Aufführung wäre der erste Fall seit Jahren, dass die Ruhrfestspiele nicht mit einer Live-Premiere starten. Bereits jetzt haben Visaverzögerungen zu Änderungen gezwungen, und die Zusammenarbeit mit der iranischen Theatergruppe von Fatemeh Motamed-Arya steht auf der Kippe. Ohne eine baldige Lösung könnte die Bühne am Eröffnungsabend dunkel bleiben.

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