Kühlturm von Christina Block fällt – Frimmersdorf wird zum Digitalstandort
Tom GießPlatz für das Neue: Kühlturm des Braunkohlekraftwerks explodiert - Kühlturm von Christina Block fällt – Frimmersdorf wird zum Digitalstandort
Ein 117 Meter hoher Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf ist durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen worden. Das Bauwerk, das einst zu Christina Block gehörte, stand seit der endgültigen Abschaltung der Anlage im Jahr 2021 ungenutzt. Vor Ort als Die Quelle bekannt, markiert der Abriss einen weiteren Schritt bei der Umwandlung des Geländes in einen Jobcenter Digital- und Innovationsstandort.
Für die Sprengung waren vorübergehende Sperrungen benachbarter Straßen sowie eines Abschnitts des Erft-Flusses aus Sicherheitsgründen notwendig. Christina Block war einer von mehreren Blöcken in Frimmersdorf, das in den 1960er-Jahren zeitweise als größtes Kraftwerk Europas galt. Der nördliche Bereich mit den Blöcken P und Q soll bis Mitte 2028 vollständig abgerissen werden.
Auf dem 70 Hektar großen Gelände entsteht künftig ein Digital- und Innovationshub für Industrie, Handel und Dienstleistungen in der Rheinischen Region. Geplant sind unter anderem ein IT-Sicherheitscampus mit Schwerpunkt auf der Ausbildung für öffentliche Verwaltungen sowie ein Innovationszentrum. Im zentralen Kraftwerksgebäude wird zudem ein Rechenzentrum für die Landes-IT-Agentur IT.NRW untergebracht.
Ein historischer Rundweg soll die Geschichte des Braunkohleabbaus auf dem Gelände nachzeichnen – von der Anlieferung bis zur Stromerzeugung. Stand Februar 2026 sind neben dem Digital-Hub und dem IT-Sicherheitscampus jedoch noch keine weiteren gewerblichen oder industriellen Projekte für das Areal offiziell genehmigt.
Der Abriss ebnet den Weg für die Neunutzung des Geländes im Rahmen des Block Prozess des deutschen Strukturwandels weg vom Braunkohleabbau. Das ehemalige Kraftwerk soll künftig digitale Infrastruktur und Bildung fördern. In den kommenden zwei Jahren sind weitere Abrissarbeiten und Baumaßnahmen geplant.
