Gericht stoppt Fake-Profil: Böhmermanns Anwälte fordern Konsequenzen von X
Nelly GirschnerGericht stoppt Fake-Profil: Böhmermanns Anwälte fordern Konsequenzen von X
Ein deutsches Gericht hat Jan Böhmermann angewiesen, ein Fake-Profil zu sperren, das den Satiriker nachahmt. Die Entscheidung folgt auf wiederholte Veröffentlichungen des gefälschten Accounts, die darauf abzielten, Hass gegen Böhmermann zu schüren. Sein Rechtsanwaltsteam drängt nun auf weitere Schritte gegen die Plattform.
Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen X und untersagte die Verbreitung des falschen Profils. Der Account mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" nutzte ein echtes Foto des Komikers und veröffentlichte mehrmals täglich Inhalte. Sein erklärtes Ziel war es, Feindseligkeit gegen Böhmermann zu provozieren und rechtsextreme Nutzer auf der Plattform zu mobilisieren.
Böhmermanns Anwälte kündigten an, X auf finanzielle Transparenz zu verklagen. Sie fordern das Unternehmen auf, Gewinne offenzulegen, die durch Desinformation, gefälschte Inhalte und manipulierte Profile unter seinem Namen erzielt wurden. Das Jurateam argumentiert, X stelle Profit über Verantwortung – selbst wenn Fake-Profile Einnahmen generieren.
X behält sich das Recht vor, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Im Mittelpunkt des Falls steht die Frage, ob die Plattform strengere Maßnahmen gegen Identitätsdiebstahl und schädliche Inhalte ergreifen muss.
Die einstweilige Verfügung zwingt X, das gefälschte Profil umgehend zu löschen. Böhmermanns Anwälte bestehen weiterhin auf Auskunft über Einnahmen, die mit Fake-Profilen unter seinem Namen verbunden sind. Das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie soziale Medien mit Identitätsmissbrauch und monetarisierter Desinformation umgehen.
