Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit der Sprengung des letzten Kraftwerksschornsteins
Marlene SeifertSchornstein des Kraftwerks Ibbenbüren wird gesprengt - Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit der Sprengung des letzten Kraftwerksschornsteins
Ein prägendes Wahrzeichen der deutschen Kohleära verschwindet an diesem Wochenende. Der 275 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Steinkohlekraftwerks von RWE in Ibbenbüren wird am Sonntag gegen 11:00 Uhr gesprengt. Damit geht der letzte Schritt beim Rückbau einer Anlage zu Ende, die jahrzehntelang die Region mit Energie versorgte.
RWE hatte seine beiden letzten Steinkohlekraftwerke in Deutschland – Hamm und Ibbenbüren – bereits 2021 stillgelegt. Seitdem hat das Unternehmen sieben weitere Kohleblöcke im Land vom Netz genommen, darunter die Blöcke 3 und 4 in Niederaußem, die Einheiten C und D in Neurath sowie die Blöcke BoA 2 und 3 in Niederaußem zwischen 2023 und 2024.
Der Rückbau des Standorts Ibbenbüren schreitet planmäßig voran. Im April 2025 wurden das Kühlturm- und Kesselhausgebäude durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Nun bleibt nur noch der markante Schornstein, bevor das Gelände einer neuen Nutzung zugeführt werden kann.
Die Eigentumsrechte am Gelände gingen 2023 an die Hagedorn Gruppe über. Bevor der Standort im Sommer 2026 an den Energiekonzern Amprion übergeben wird, müssen die letzten Bauwerke abgerissen, zerkleinert und recycelt werden. Amprion plant dort den Bau einer Umspannstation, die Windparks in der Nordsee mit dem Stromnetz in Nordrhein-Westfalen verbinden soll. Die neue Anlage soll 2031 in Betrieb gehen.
Mit der Sprengung des Schornsteins verschwindet das letzte sichtbare Relikt des Ibbenbürener Kohlekraftwerks. Sobald das Gelände geräumt ist, wird es der Infrastruktur für erneuerbare Energien dienen und die Einspeisung von Offshore-Windstrom ins regionale Netz ermöglichen. Der Wandel von Kohle zu Wind markiert einen tiefgreifenden Einschnitt in der Energielandschaft der Region.
