05 March 2026, 08:11

Landwirte bangt vor dem "Gülle-Silvester": Frost und Vorschriften sorgen für Ängste

Ein altes Buch mit dem Titel "Journal d'Agriculture Pratique" mit einem Farmbild auf dem Cover.

Landwirte bangt vor dem "Gülle-Silvester": Frost und Vorschriften sorgen für Ängste

Landwirte in ganz Deutschland äußern vor dem Stichtag zum "Gülle-Silvester" 2026 zunehmend Bedenken. Viele sorgen sich wegen der Wetterbedingungen, komplizierter Vorschriften und der praktischen Herausforderungen, die rechtzeitige Ausbringung von Gülle mit sich bringt. Eine aktuelle Umfrage zeigt ihre größten Probleme auf: Frost, rechtliche Hürden und die Nährstoffversorgung der Felder.

Für 38 Prozent der Landwirte stellt das Risiko von Schnee und anhaltendem Frost bis in den Februar 2026 hinein das größte Problem dar. Dies könnte sie daran hindern, die Gülle wie gesetzlich vorgeschrieben auszubringen. Weitere 35 Prozent empfinden die aktuellen Regelungen der Düngeverordnung als zu komplex, während derselben Gruppe zukünftige Verschärfungen Sorgen bereiten.

Etwa 11 Prozent machen sich Gedanken darüber, die Felder rechtzeitig mit essenziellen Nährstoffen zu versorgen. Gülle ist dabei ein wertvoller Dünger, der nicht nur Stickstoff und Phosphor, sondern auch Kalium und Magnesium liefert. Dennoch befürchten 8 Prozent der Landwirte mögliche Beschwerden oder rechtliche Konsequenzen wegen Geruchsbelästigung während der Ausbringungsphase.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Dr. Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) betont, dass Güllegerüche in normalem Maße keine Gesundheitsrisiken bergen. Seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 2023 gab es jedoch keine bekannten Änderungen bei Größe oder Lage der sogenannten "roten Zonen" – Gebiete mit strengeren Düngebeschränkungen.

Mit Wetterkapriolen, regulatorischen Anforderungen und dem Nährstoffbedarf der Kulturen steht den Landwirten damit ein schwieriger Start ins Jahr 2026 bevor. Die Umfrageergebnisse spiegeln eine Mischung aus ökologischen, rechtlichen und praktischen Hindernissen wider. Noch ist offen, ob die Behörden auf die Bedenken reagieren und Anpassungen bei den Grenzen oder Vorschriften der "roten Zonen" vornehmen werden.