Hanau gedenkt sechs Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag mit zehn Toten

Tom Gieß
Tom Gieß
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Eine Ziegelwand mit einem rechteckigen Schild, auf dem in fetter, weißer Schrift "38. Signalbataillon" steht.Tom Gieß

Hanau gedenkt sechs Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag mit zehn Toten

Deutschland hat des sechsten Jahrestags des Anschlags von Hanau gedacht, einer der schwersten rechtsextremen Terrorattacken des Landes seit Jahrzehnten. Am 19. Februar 2020 ermordete ein Attentäter bei einem rassistisch motivierten Amoklauf neun Menschen und hinterließ tiefe Wunden bei Angehörigen und Gemeinden. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen umfassten Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen in Nordrhein-Westfalen (NRW) und darüber hinaus.

Der Anschlag ereignete sich am Abend des 19. Februar 2020, als ein Rechtsextremist in zwei Shisha-Bars in Hanau das Feuer eröffnete. Neun Menschen verloren an diesem Abend ihr Leben: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Der Täter tötete später seine Mutter, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Im Januar 2023 starb mit Ibrahim Akkuş ein zehntes Opfer an den Spätfolgen der bei dem Anschlag erlittenen Verletzungen. Sein Tod vertiefte die Trauer der Familien, die weiterhin nach Gerechtigkeit suchen und mit den psychischen Folgen kämpfen. Die Tragödie zwang Deutschland, sich mit seinen Versäumnissen bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus und des strukturellen Rassismus auseinanderzusetzen.

In ganz NRW gedachten Mahnwachen und Proteste der Opfer. In Bochum fand eine Gedenkveranstaltung im Nachtlebenviertel statt, während in Köln eine Demonstration für mehr Verantwortung und Aufklärung stattfand. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Redner forderten konsequentere Maßnahmen gegen Rassismus und bessere Unterstützung für die betroffenen Familien.

In den kommenden Tagen sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant, während die Gemeinschaften der Verstorbenen gedenken und sich weiterhin für Veränderung einsetzen.

Der Anschlag von Hanau bleibt eine schmerzhafte Mahnung an die Gefahren rechtsextremer Gewalt. Mit nun zehn Todesopfern und Familien, die noch immer um Gerechtigkeit kämpfen, hat die Tat tiefe gesellschaftliche Wunden aufgedeckt. Die Forderungen nach besserer Prävention und Unterstützung halten an, während Deutschland darüber nachdenkt, wie solche Tragödien in Zukunft verhindert werden können.

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