Überladener Lkw und gefälschter Führerschein: Polizei deckt Betrug in Bochum auf
Marlene SeifertÜberladener Lkw und gefälschter Führerschein: Polizei deckt Betrug in Bochum auf
Routine-Kontrolle in Bochum bringt überladenen Lkw und Falschdokumente ans Licht
Bei einer Verkehrskontrolle in Bochum ist ein extrem überladener Lastwagen aufgefallen – der Fahrer verfügte zudem über gefälschte Papiere. Die Polizei hielt das Fahrzeug am Montag, dem 23. Februar, in der Nähe der Kreuzung Dorstener Straße/Riemker Straße an. Der Fall hat nun Ermittlungen zu illegaler Beschäftigung und Dokumentenbetrug ausgelöst.
Der 7,49-Tonnen-Kipper war mit 11,8 Tonnen Schotter beladen – und lag damit weit über dem zulässigen Gewicht. Den Beamten fiel zudem auf, dass die Federung des Fahrzeugs unter der Überlastung stark nachgab.
Der 60-jährige Fahrer, ein Bauarbeiter, sprach kein Deutsch. Er präsentierte einen polnischen Führerschein sowie eine Aufenthaltserlaubnis, die sich später als Fälschungen entpuppten. Weitere Überprüfungen ergaben, dass er lediglich über einen regulären georgischen Pkw-Führerschein verfügte – ohne die für Lkw erforderliche gewerbliche Fahrerlaubnis.
Bei der Befragung gab der Mann zu, sich die gefälschten Dokumente besorgt zu haben, um als angeblicher EU-Bürger in der Union arbeiten zu können. Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts auf illegale Beschäftigung und damit zusammenhängende Straftaten.
Gefälschte Führerscheine und Aufenthaltstitel im Zusammenhang mit Schwarzarbeit sind ein wachsendes Problem in der EU. Zwischen 2024 und 2025 wurden über 15.000 solche Fälle offiziell registriert. Allein Europol meldete 2024 rund 8.200 Funde – vor allem in den Branchen Landwirtschaft und Gastronomie.
Dem Fahrer drohen nun rechtliche Konsequenzen wegen Urkundenfälschung und möglicher Verstöße gegen das Arbeitsrecht. Der Fall unterstreicht zudem die anhaltenden Herausforderungen durch gefälschte Qualifikationsnachweise auf dem EU-Arbeitsmarkt. Die Ermittlungen dauern noch an.
