Betrunkener Schiedsrichter wird in Bremen zur Fußball-Legende
Ein kurioser Fußballvorfall im Jahr 1975 machte Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder zur lokalen Legende. Vor einem Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96 wurde festgestellt, dass er betrunken war. Die Geschichte hat in Bremens Fußballkultur bleibende Spuren hinterlassen.
Der Vorfall ereignete sich 1975 am Bremer Weser-Stadion an einem Spieltag. Ahlenfelder, der erst sein drittes Bundesliga-Spiel leitete, gab zu, vorher ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben. Besorgte Funktionäre versuchten, den Alkoholgeruch zu übertünchen, indem sie ihn duschen ließen und mit VapoRub einrieben.
Doch als das Spiel begann, wurde Ahlenfelders Verwirrung offensichtlich: Er pfiff irrtümlich 13 Minuten zu früh zur Halbzeit, weil er seine Uhr falsch abgelesen hatte. Trotz dieses Patzer leitete er später noch 106 Bundesliga-Partien und etablierte sich als einer der besten Schiedsrichter Deutschlands.
Die Geschichte blieb den Bremer Fans jedoch im Gedächtnis. Eine Kneipe in der Nähe des Stadions wurde später zu seinen Ehren 'Ahlenfelder' getauft. Wer dort heute einen 'Ahlenfelder' bestellt, bekommt ein Bier mit einem Malteser-Likör – genau das Getränk, das der Schiedsrichter vor dem Spiel zu sich genommen hatte. Diese Tradition begann vor genau 50 Jahren in dieser Woche.
Ahlenfelders Karriere endete 1987 abrupt nach einem weiteren Vorfall während eines DFB-Pokal-Spiels zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Kaiserslautern. Kurze Zeit später trat er zurück und pfiff 1988 nur noch eine Handvoll Spiele, darunter am 20. Februar eine Bundesliga-Partie zwischen Bayer Uerdingen und Waldhof Mannheim.
Der Vorfall von 1975 bleibt eine skurrile Fußnote der deutschen Fußballgeschichte. Bremens Fans feiern ihn bis heute mit einem nach dem Schiedsrichter benannten Drink. Unterdessen lebt Ahlenfelders Name am Stadion und in den örtlichen Kneipen weiter – lange nach seinem letzten Pfiff.
