US-Forschende fliehen nach Deutschland wegen Trumps Kürzungen in der Wissenschaft
Marlene SeifertUS-Forschende fliehen nach Deutschland wegen Trumps Kürzungen in der Wissenschaft
Immer mehr US-amerikanische Forscherinnen und Forscher blicken seit der Rückkehr Donald Trumps ins Amt 2024 nach Europa und insbesondere nach Deutschland, um neue berufliche Chancen zu finden. Dieser Trend folgt drastischen Kürzungen der Forschungsförderung in den USA – vor allem in der Klimawissenschaft, wo die Mittel um bis zu 40 Prozent gekürzt wurden. Gleichzeitig verzeichnen deutsche akademische Austauschprogramme eine Rekordnachfrage von US-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die nach Alternativen suchen.
Die politische Lage in den USA unter Trumps zweiter Amtszeit hat zu deutlichen Einschnitten in den Bundeshaushalt für Forschung geführt. Bis Mitte 2025 hatten Behörden wie die National Science Foundation (NSF) und die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ihre Mittel für die Klimaforschung um 30 Prozent reduziert. Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton meldeten Rückgänge von 25 bis 40 Prozent in ihren Budgets für die Klimaforschung, wobei die Bewilligungsquoten für Förderanträge bis Anfang 2026 auf historische Tiefstände sanken. Strengere Kontrollen bei Forschungsvorhaben zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) verschärften die Situation zusätzlich.
Deutsche Einrichtungen profitieren nun von dieser Entwicklung. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Studierenden- und Wissenschaftleraustausch, verzeichnete eine Verdopplung der Bewerbungen für seine Masterstipendien. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft berichten von einer starken Zunahme an Anfragen aus den USA. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee bestätigte diesen Trend mit den Worten: "Es gibt derzeit sehr viel Bewegung."
Doch nicht alle Austauschprogramme werden ausgebaut. Der DAAD stellte kürzlich seine Aktivitäten in Russland ein, nachdem er vom russischen Justizministerium als "unerwünschte Organisation" eingestuft worden war. Diese Klassifizierung birgt das Risiko strafrechtlicher Verfolgung für russische Staatsbürger, die mit dem DAAD kooperieren. Zudem sinkt das Interesse deutscher Studierender an einem Auslandsaufenthalt in den USA – die Anfragen gingen um etwa 10 Prozent zurück.
Die Kürzungen in den USA und der politische Druck treiben Forscherinnen und Forscher zunehmend in Richtung europäischer Einrichtungen, insbesondere nach Deutschland. Während die DAAD-Stipendien stark nachgefragt werden und US-Universitäten mit Budgetengpässen kämpfen, verändert sich die akademische Landschaft. Auch deutsche Studierende wenden sich zunehmend von Studienmöglichkeiten in den USA ab.
New Data Reveals Surging US Applications to German Research Institutions
German research bodies report sharp rises in US applications amid Trump-era funding cuts. Recent figures show:
- The Humboldt Foundation received 32% more US applications in 2025 (up to 65% in Q4 2025).
- Max-Planck's Lise-Meitner programme saw tripled US interest compared to 2024.
- Stricter US work visa rules, now charging $100,000 per application, are pushing researchers to seek alternatives.






