20 March 2026, 14:10

Tonies trotzt Handelszöllen mit Rekordumsatz durch Vietnam-Produktion

Holzspielzeug in einem weißen Rahmen mit einer blauen und roten Mütze, beschriftet mit "Tallinn-80" in der Mitte.

Tonies trotzt Handelszöllen mit Rekordumsatz durch Vietnam-Produktion

Deutscher Spielzeughersteller Tonies wächst trotz Handelsbarrieren kräftig

Trotz steigender Handelshemmnisse verzeichnet der deutsche Spielwarenhersteller Tonies ein starkes Wachstum. Nach der Verhängung von US-Zöllen auf Waren aus China, Bosnien und Tunesien verlegte das Unternehmen seine Produktion nach Vietnam. Dieser Schritt trug maßgeblich zu einem Rekordumsatz bei – fast die Hälfte davon stammt aus dem US-Geschäft.

Die USA hatten 2018 einen 45-prozentigen Zoll auf chinesische Produkte eingeführt, der später auf 30 Prozent gesenkt wurde. Diese Maßnahmen zwangen Tonies, die Fertigung seines Toniebox 2 von China in ein neues Werk in Vietnam zu verlagern. Der Umzug erfolgte kurz vor der Ankündigung globaler Zölle durch Präsident Trump, wodurch das Unternehmen höhere Kosten vermeiden konnte.

Trotz der handelspolitischen Herausforderungen meldete Tonies Anfang 2025 ein Umsatzplus von fast einem Drittel. Die USA, der weltweit größte Spielzeugmarkt, steuerten dabei die Hälfte der Verkäufe bei. Gleichzeitig stiegen die gesamten Spielzeugumsätze in den USA in den ersten neun Monaten des Jahres um sieben Prozent – und das trotz der Zölle.

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Nicht alle europäischen Spielzeughersteller kamen so gut durch die Krise. Der deutsche Brettspielproduzent Amigo Spiele musste seine US-Tochter schließen. Steigende Frachtkosten, höhere Preise für Komponenten und handelspolitische Unsicherheiten machten das Geschäft unrentabel.

Tonies' Entscheidung, die Produktion nach Vietnam zu verlagern, half dem Unternehmen, das Wachstum aufrechtzuerhalten, während andere kämpften. Der Umsatzsprung zeigt, wie strategische Anpassungen Handelsdruck ausgleichen können. Dennoch bleiben die langfristigen Auswirkungen auf die europäischen Spielzeug-Lieferketten unklar, da einige Unternehmen weiterhin auf Standorte in Bosnien oder Tunesien setzen.

Quelle