Christian Ulmen im Skandal: Ex-Frau wirft Identitätsdiebstahl und Deepfake-Porno vor
Tom GießChristian Ulmen im Skandal: Ex-Frau wirft Identitätsdiebstahl und Deepfake-Porno vor
Deutscher Komiker und Schauspieler Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm Identitätsdiebstahl, körperliche Misshandlung und die Erstellung von Deepfake-Pornografie unter ihrem Namen vor. Die Anschuldigungen, die erstmals 2023 öffentlich wurden und 2026 eskalierten, haben zu einem drastischen Stimmungswandel in der Öffentlichkeit gegen ihn geführt.
Ulmen, einst bekannt für seine provokanten TV-Rollen, steht nun im Zentrum eines wachsenden Skandals. Seine früheren Projekte, die viele heute als frauenfeindlich betrachten, geraten angesichts von Fernandes' Aussagen erneut in die Kritik.
In den mittleren 2000er-Jahren wurde Ulmen mit Mein neuer Freund bekannt, einer Reality-Show, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" spielte. Seine Figuren reichten von kontrollierend bis offen missbräuchlich – besonders prägend war seine Rolle als Alexander von Eich, ein reicher Snob, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und sie "Franziskarrrrr" nannte. Das Konzept der Sendung bestand darin, die Geduld von Frauen auf die Probe zu stellen und jene zu belohnen, die die Demütigungen bis zum Schluss ertrugen.
Ein weiteres umstrittenes Format war Wer will meine Freundin vögeln?, eine Spielshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte. Die Aufgaben wurden weithin als entwürdigend und frauenverachtend kritisiert. Damals wurden solche Formate als plumpes Unterhaltungsprogramm abgetan – doch im Lichte der aktuellen Vorwürfe wirken sie heute in einem düstereren Kontext.
Fernandes' Anschuldigungen gehen jedoch weit über fragwürdigen Humor hinaus. Sie behauptet, Ulmen habe unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonssex geführt. Diese Handlungen beschreibt sie als "virtuelle Vergewaltigung" und betont, dass er Grenzen auf eine Weise überschritten habe, die sie tief verletzt habe. Ihre Schilderungen haben die Debatte über Missbrauch neu entfacht, wobei das Zitat der Überlebenden Gisèle Pelicot – "Die Scham muss die Seite wechseln" – als Ausdruck der Solidarität weit verbreitet wird.
Die Reaktionen folgten prompt: ProSieben nahm Ulmens Serie jerks. von seinen Streaming-Plattformen, und Unternehmen wie Shop Apotheke distanzierten sich. Während Ulmen die Vorwürfe zurückweist und sich auf die Unschuldsvermutung beruft, erhält Fernandes öffentliche Unterstützung von anderen Prominenten. Der Fall wirft zudem Fragen über frühere Einstellungen auf: Als die Beziehung des Paares 2010 bekannt wurde, hinterfragten manche Kritiker Fernandes' Partnerwahl – eine Haltung, die heute als Teil derselben frauenfeindlichen Kultur gesehen wird, die ihre Anschuldigungen nun offenlegen.
Die Folgen von Fernandes' Aussagen sind bereits spürbar. Ulmens beruflicher Ruf leidet, Medienplattformen brechen die Zusammenarbeit ab, und Sponsoren ziehen sich zurück. Rechtliche Schritte könnten folgen, doch aktuell dreht sich die öffentliche Diskussion um Verantwortung und den Umgang mit Frauen in der Unterhaltungsbranche.
Fernandes' Fall reiht sich ein in eine Reihe von Fällen, in denen Frauen sich gegen mutmaßliche Übergriffe mächtiger Männer zur Wehr setzen. Die Resonanz auf ihre Vorwürfe deutet darauf hin, dass solche Anschuldigungen zunehmend nicht mehr als Privatangelegenheiten oder Branchenstandards abgetan werden.






