03 April 2026, 16:16

"Sünderwäldchen": Neuer Streit um Rodung für Braunkohle-Tagebau Hambach

Schwarzes und wei├čes Foto eines Kohlebergbaus mit Geb├Ąuden, Masten und B├Ąumen im Hintergrund und Text unten.

Was Sie über die Rückeroberung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - "Sünderwäldchen": Neuer Streit um Rodung für Braunkohle-Tagebau Hambach

"Sünderwäldchen": Kleiner Wald bei Hambach soll gerodet werden – Konflikte um Braunkohleabbau flammen neu auf

Ein kleines Waldstück mit dem Namen "Sünderwäldchen" soll in der Nähe des Tagebaus Hambach im rheinischen Revier gerodet werden. Die Räumung entfacht erneut die Spannungen um den Braunkohleabbau und erinnert an frühere Konflikte wie die Proteste im Hambacher Forst 2018. Die Behörden haben die Abholzung genehmigt; die Fällarbeiten sollen am 1. Oktober beginnen.

Das "Sünderwäldchen" liegt östlich des Hambacher Forsts, eines größeren Gebiets, das durch den deutschen "Braunkohle-Kompromiss" von 2020 verschont blieb. Während dieser Deal den Hambacher Forst unter Schutz stellte, blieb das kleinere Waldstück ungeschützt. Anders als sein Nachbar unterlag es keinen Naturschutzausnahmen.

Im Januar entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Rodung fortgesetzt werden darf. Die Richter sahen keine Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen, auch nicht in Bezug auf die Bechsteinfledermaus. Der Energiekonzern RWE, Betreiber des Tagebaus, betont, dass die Abholzung notwendig sei, um Kies für die Stabilisierung der Ufer eines künftigen künstlichen Sees zu gewinnen.

Kritiker argumentieren, das Waldstück sei ein intaktes Ökosystem, das nun der Zerstörung geweiht sei – nur um Material für eine geplante Yachthafenanlage zu liefern. RWE entgegnet, alle rechtlichen Prüfungen und Genehmigungen lägen vor, einschließlich von Artenschutzmaßnahmen. Die Stadt Kerpen hat bereits ein Betretungsverbot erlassen, das ab dem 20. Oktober gilt. Vor Beginn der Fällarbeiten ist mit einem starken Polizeiaufgebot zu rechnen.

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Die Braunkohletagebaue im Rheinischen Revier haben riesige Krater hinterlassen, die im Rahmen des Plans von Nordrhein-Westfalen zur Kohleausstiegs bis 2030 geflutet werden sollen. Auch die Grube Hambach, wo das "Sünderwäldchen" steht, wird irgendwann zu einem dieser Seen. Der Name des Waldstücks geht auf eine lokale Legende zurück, wonach sich Dorfbewohner dort einst heimlich trafen.

Seit den Räumungen im Hambacher Forst 2018 hat es in der Region keine größeren Baumbesetzungen mehr gegeben. Damals kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und der Polizei, die sich um Klimaschutz und Biodiversität drehten, während RWE und Behörden Sicherheit, Eigentumsrechte und Energieversorgung betonten.

Die Fällarbeiten sollen am 1. Oktober beginnen, während die Polizei eine strikte Sperrzone durchsetzt. Das "Sünderwäldchen" wird verschwinden, wenn aus dem Tagebau Hambach bis 2030 ein See wird. Der Streit verdeutlicht die anhaltenden Konflikte zwischen Rohstoffabbau, Naturschutz und der Zukunft der Region nach dem Bergbau.

Quelle