25 March 2026, 10:09

Zwei Jahre nach Solingen-Anschlag: Opfer kämpfen noch immer um Entschädigung

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau auf den Armen, im Hintergrund brennt ein Feuer, mit einem Tuch, das über die linke Seite drapiert ist und Text unten, der "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Hilfe" liest.

Zwei Jahre nach Solingen-Anschlag: Opfer kämpfen noch immer um Entschädigung

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen warten die Opfer und Angehörigen der Getöteten noch immer auf Entschädigungszahlungen. Das Feuer, das Daniel S. 2022 legte, forderte vier Menschenleben und hinterließ Überlebende mit schweren Verletzungen. Nun ist eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Tragödie geplant.

In der Nacht des Angriffs zündete der damals 39-jährige Daniel S. vorsätzlich ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße an. Bei dem Brand kam eine junge vierköpfige Familie ums Leben. Ein Paar mit Kind konnte sich retten, indem es aus dem Fenster des dritten Stocks sprang – dabei erlitt es schwere Verletzungen.

Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Ermittler gingen davon aus, dass sein Motiv der Wunsch war, sich selbst aufzuwerten, indem er andere erniedrigte. Belege für rassistische oder antisemitische Beweggründe – eine Voraussetzung für Entschädigungen nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz – fanden die Behörden jedoch nicht.

Die Überlebenden und Angehörigen sehen sich nun mit langwierigen bürokratischen Hürden konfrontiert. Das Paar, das aus dem Fenster sprang, könnte zwar Anspruch auf Unterstützung haben, doch die Eltern der Verstorbenen müssen einen sogenannten Schockschaden – also eine psychische Traumatisierung – nachweisen, um überhaupt Leistungen zu erhalten. Einige Familienmitglieder, die mittlerweile im Ausland in Bulgarien leben, kämpfen mit dem komplizierten Verfahren zur Geltendmachung von Schadensersatz.

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In Solingen soll eine Gedenkveranstaltung mit etwa 100 Teilnehmenden stattfinden, um der Opfer zu gedenken. Trotz der vergangenen Zeit bleibt die Frage der Entschädigung für die Betroffenen ungelöst. Rechtliche und administrative Hindernisse verzögern weiterhin die finanzielle Unterstützung für Überlebende und trauernde Angehörige. Die anstehende Gedenkfeier wird nicht nur an die verlorenen Leben erinnern, sondern auch an den anhaltenden Kampf um Gerechtigkeit.

Quelle