Zufit Simons The Fight Club eröffnet das Best OFF Festival mit radikaler Männlichkeit
Marlene SeifertZufit Simons The Fight Club eröffnet das Best OFF Festival mit radikaler Männlichkeit
Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit ihrer neuesten Arbeit The Fight Club
Mit dem Stück wagt Simon einen kühnen künstlerischen Neuanfang – im Mittelpunkt stehen Kampf und maskuline Energie. Die 45-Jährige prägt seit über zwei Jahrzehnten die deutsche Zeitgenössische Tanzszene.
Geboren 1980 in Israel, kam Simon vor 25 Jahren nach Deutschland. Schon mit vier Jahren begann sie zu tanzen, später studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Ihr Durchbruch gelang 2005 mit fleischlos, ihrem ersten Solo, das beim Wettbewerb euroscene Leipzig den dritten Platz als bestes deutsches Tanzsolo gewann.
Ihre Karriere war von Anerkennung und Rückschlägen geprägt: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ihre Konzeptförderung. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort, oft unterstützt von Spielstätten wie der Tanzwerkstatt artblau von Dietrich Oberländer in Braunschweig. Viele ihrer Stücke feierten im LOT-Theater Premiere, das 2024 wegen Insolvenz schließen musste.
2024 erhielt sie für Radical Cheerleading den Preis des Best OFF Festivals, ein Jahr später folgte der Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Nun feiert The Fight Club am 23. April Premiere – ein Werk, das einen aggressiveren, neuen Stil zeigt.
Die Aufführung eröffnet das Festival zu einem Zeitpunkt, an dem Simons Karriere für Widerstandsfähigkeit und Erneuerung steht. Hannover, wo ihre Arbeit oft auf offene Ohren stieß, ist der Austragungsort. Der Lebenswerkpreis und der jüngste Festivalerfolg unterstreichen ihren anhaltenden Einfluss auf den unabhängigen Tanz.






