Willich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Zeremonie
Marlene SeifertWillich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Zeremonie
In Willich fand eine feierliche Gedenkveranstaltung zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht statt. Die Zeremonie ehrte die Opfer und rief zugleich zu anhaltender Wachsamkeit gegen Hass und Intoleranz auf. Redner, Schüler und Vertreter aus Politik und Verwaltung kamen zusammen, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Verantwortung für die Gegenwart zu bekräftigen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten oder beschädigten nationalsozialistische Gruppen über 1.400 Synagogen in Deutschland und den besetzten Gebieten schwer. Die Gewaltwelle, bekannt als Reichspogromnacht, zählt zu den dunkelsten Kapiteln des 20. Jahrhunderts. Jahrzehnte später diente die Gedenkfeier in Willich dazu, das Andenken an diese Ereignisse wachzuhalten.
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Kranzniederlegung am örtlichen Mahnmal. Schüler der Willicher Robert-Schuman-Europaschule verlasen die Namen der Opfer und gaben ihnen so eine Stimme. Musikalische Darbietungen unterstrichen die nachdenkliche Atmosphäre der Zusammenkunft.
Erster Bürgermeister Guido Görtz richtete sich in einer Rede an die Anwesenden und verurteilte Antisemitismus, Ausgrenzung und jeden Versuch, die Gräueltaten der Reichspogromnacht zu verharmlosen. Er betonte die Notwendigkeit, Toleranz, Menschlichkeit und demokratische Werte zu verteidigen. Weitere Beiträge steuerten Franciska Lennartz, Dr. Leah Floh und Bernd-Dieter Röhrscheid bei, die jeweils unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung und Verantwortung einbrachten.
Görtz dankte im Anschluss allen Beteiligten für die Organisation der Veranstaltung und hob ihre Bedeutung für die Bewahrung des historischen Gedächtnisses für kommende Generationen hervor.
Die Gedenkfeier war zugleich eine Hommage an die Vergangenheit und ein Appell für die Gegenwart. Indem sie der Reichspogromnacht gedachten, bekräftigten die Teilnehmer ihr Engagement gegen Hass und für eine inklusivere Gesellschaft. Die Veranstaltung endete mit einem erneuerten Fokus auf Bildung, Toleranz und den Schutz demokratischer Grundwerte.






