Wie die Buchbranche trotz Digitalisierung ihren magischen Charme bewahrt
Patrik WesackWie die Buchbranche trotz Digitalisierung ihren magischen Charme bewahrt
Die Buchbranche hat schon immer einen ganz eigenen Charme besessen – selbst ihre Herausforderungen wirken oft verlockend. Eine ehemalige Buchhändlerin blickt nun auf die Veränderungen zurück und auf die ungebrochene Begeisterung für neue literarische Projekte.
Maria Christina Piwowarski, einst Teil der Buchhandlung Ocelot, veranstaltet heute literarische „Sprechstunden“ auf Instagram. Mona Lang, mittlerweile Programmdirektorin bei Kiepenheuer & Witsch, leitete zuvor einen Online-Buchclub auf der Plattform mit fast 25.000 Followern. Nicolas Greno von der Buchhandlung Greno teilt samstagsmorgens Videos, die die Reichsstraße in Donauwörth zeigen.
Die Erzählerin erinnert sich an die lebhaften Diskussionen in der Markus-Buchhandlung in Gütersloh, wo Frauen ihre Lektüre fürs Wochenende austauschten. Sie denkt auch an die hartnäckigen Zweifel im Verlagswesen zurück – etwa die Behauptung, Taschenbücher seien nicht gefragt oder farbige Einlagen kein Verkaufsargument. Dennoch bewundert sie diejenigen, die Risiken eingehen und mit frischen Ideen in den Buchhandel starten.
Sie schlägt vor, die „Generation Daheimbleiber“ in ihren bevorzugten Räumen zu erreichen – etwa auf Online-Plattformen. Dennoch vermisst sie die endlosen Debatten und den Gemeinschaftsgeist, der die Branche einst prägte. Die Fähigkeit der Buchwelt, selbst Schwierigkeiten in ein positives Licht zu rücken, bleibt eine ihrer liebenswertesten Eigenschaften.
