Westfleisch startet Milliarden-Modernisierung des Schlachthofs in Coesfeld
Patrik WesackWestfleisch startet Milliarden-Modernisierung des Schlachthofs in Coesfeld
Nach Jahren der Planung steht im Schlachthof des Fleischkonzerns Westfleisch in Coesfeld eine umfassende Modernisierung bevor. Bereits 2018 hatte das Unternehmen einen Antrag auf Erweiterung und technologische Aufrüstung gestellt, doch das Vorhaben verzögerte sich immer wieder. Nun, nach der endgültigen Zustimmung des Stadtrats Ende 2024, könnten die Bauarbeiten noch vor Jahresende 2025 beginnen.
Der Schlachthof arbeitet seit langem an der Kapazitätsgrenze und kämpft mit logistischen Engpässen. Eine zentrale Neuerung wird eine zweite Zufahrtsstraße sein, die die Anlieferung von Schlachtvieh vom Transport fertiger Produkte trennt. Dadurch sollen Abläufe effizienter gestaltet und Staus vermieden werden.
Die Anlage war zudem während des Corona-Lockdowns 2020 schwer beeinträchtigt, als Quarantänemaßnahmen die Produktion stark einschränkten. Die Modernisierung sieht nun vor, die wöchentliche Verarbeitungskapazität auf bis zu 70.000 Schweine auszubauen – ein wichtiger Schritt, um die langfristige Leistungsfähigkeit zu sichern.
Bevor die Arbeiten beginnen können, muss Westfleisch jedoch noch Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz einholen. Im Rahmen des Verfahrens hat sich das Unternehmen verpflichtet, Lärm- und Geruchsemissionen zu reduzieren. Verläuft alles planmäßig, könnte der modernisierte Schlachthof Ende 2028 in Betrieb gehen – neun Jahre nach dem ersten Antrag.
Mit dem Projekt sollen rund 150 neue Arbeitsplätze entstehen, während etwa 1.200 bestehende Stellen gesichert werden.
Die modernisierte Anlage wird die Schlachthofoperationen in Coesfeld grundlegend verändern. Durch verbesserte Logistik, höhere Kapazitäten und strengere Umweltauflagen soll der Standort künftigen Anforderungen gerecht werden. Der Baubeginn hängt jedoch noch von den finalen Genehmigungen ab – und davon, dass es keine weiteren Verzögerungen gibt.






