28 March 2026, 14:13

Warendorfer Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer Straße mit Gebäuden, Fenstern, Säulen, Namensschildern, Hütten und Masten.

Warendorfer Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen trotz Bedenken wegen ihrer historischen Bezüge beizubehalten. Eine Bürgerkommission hatte zuvor empfohlen, sie wegen Verbindungen zur NS-Zeit umzubenennen. Mit der Abstimmung bleiben nun Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße unverändert.

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Die Diskussion war entfacht worden, nachdem eine lokale Kommission die drei Straßen als potenziell problematisch eingestuft hatte. Ähnliche Prüfungen gab es bereits in anderen deutschen Städten: In Memmingen wurden Straßen neu bewertet, in Hannover erfolgte 1997 eine Umbenennung. In Herrsching laufen derzeit Debatten über zwei Straßen, während der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg kürzlich den Blücherplatz in Eva-Mamlok-Platz umbenannte.

Der Rat lehnte Kompromissvorschläge ab, darunter den Ersatz der Agnes-Miegel-Gedenktafel am Rathaus durch ein Zitat des ortsansässigen Autors Paul Schallück. Stattdessen bleibt die bestehende Tafel erhalten. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren unter anderem die Kosten: Neue Straßenschilder hätten rund 5.700 Euro gekostet. Ratsmitglied André Wenning betonte, dass die Meinung der Anwohner im Vordergrund stehe.

Kritik an der Abstimmung kam prompt. Reinhold Schoppmann von der Bürgerinitiative warf dem Rat vor, die Empfehlungen der Kommission ignoriert zu haben. Die Mehrheit hielt jedoch an ihrem Beschluss fest und verwies auf finanzielle und administrative Belastungen als Gründe gegen eine Umbenennung.

Die Straßen behalten somit ihre bisherigen Namen, und die Agnes-Miegel-Tafel bleibt am Rathaus. Die Priorisierung von Kosten und Bürgerwünschen führte dazu, dass sowohl Umbenennungen als auch Kompromisslösungen abgelehnt wurden. Vorerst bleibt in Warendorf alles beim Alten.

Quelle