08 April 2026, 08:18

"Tagesschau" testet 30-Minuten-Format – ein riskantes Experiment der ARD

Eine Gruppe von Menschen an einem öffentlichen Ort in eine hitzige Diskussion mit Reportern vertieft, die Mikrofone, Telefone und Papiere im Hintergrund halten.

"Tagesschau" testet 30-Minuten-Format – ein riskantes Experiment der ARD

Die ARD hat mit einer verlängerten Version ihrer Flaggschiff-Nachrichtensendung Tagesschau einen Test gestartet. Die Probephase beginnt mit der Montagsausgabe in der Hauptsendezeit, die nun auf 30 Minuten erweitert wird. Kritiker und Branchenvertreter haben sich bereits zu der Änderung geäußert und sowohl Sinn als auch Wirkung des Schritts infrage gestellt.

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Die verlängerte Sendedauer wird erstmals um 20:15 Uhr ausgestrahlt und verdoppelt damit das übliche 15-Minuten-Format. Jörg Schönenborn, Programmdirektor für Information, Fiction und Unterhaltung beim WDR, begründete die Umstellung damit, dass globale Ereignisse enger mit dem Alltag der Zuschauer verknüpft werden sollen. Geplant ist eine Mischung aus klassischer Berichterstattung und alltagsnahen Perspektiven.

Die Reaktionen auf den Testlauf fallen gemischt aus. Anna Mayr von der Zeit betonte, dass es auf die Qualität der Sendung ankomme – nicht auf ihre Länge. Michael Hanfeld, Medienredakteur der FAZ, lehnte die Verlängerung als überflüssig ab und argumentierte, 15 Minuten reichten für Nachrichten völlig aus. Zudem warnte er vor Störungen im Abendprogramm der ARD.

Aurelie von Blazekovic, Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung, hinterfragte die grundsätzliche Strategie. Sie vermutet, dass das Bestreben der ARD nach "Alltagsrelevanz" eher ein verfehlter Versuch sein könnte, das Publikum zu jagen, statt es zu bedienen.

Der Test stellt einen deutlichen Bruch mit dem traditionellen Format der Tagesschau dar. Sollte die Verlängerung dauerhaft übernommen werden, könnte dies die Art und Weise, wie die ARD in der Hauptsendezeit Nachrichten vermittelt, grundlegend verändern. Ob das Experiment fortgesetzt wird, hängt voraussichtlich von den Reaktionen der Kritiker und Zuschauer ab.

Quelle