27 March 2026, 08:12

STAWAG erkundet mit Vibrationen das Geothermie-Potenzial in der Aachener Region

Liniengraph, der die geothermisch erzeugte elektrische Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

STAWAG erkundet mit Vibrationen das Geothermie-Potenzial in der Aachener Region

STAWAG startet im Dezember 2025 mit seismischen Untersuchungen in der Aachener Region

Ab Anfang Dezember 2025 führt die STAWAG in der Region Aachen seismische Messungen durch, um das Potenzial tiefer Geothermie für die nachhaltige Wärmeversorgung zu erkunden. Anwohner entlang einer 39 Kilometer langen Strecke müssen während der Arbeiten mit leichten Vibrationen und vorübergehenden Verkehrsbehinderungen rechnen.

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Die Untersuchungen erfassen unterirdische Strukturen in drei zentralen Gebieten: von Würselen bis Stolberg, von Kornelimünster bis Haaren sowie von Aachen bis Eschweiler. Dabei kommen sogenannte Vibroseis-Fahrzeuge zum Einsatz, die Schallwellen in den Untergrund senden, um detaillierte Bilder der Gesteinsschichten zu erzeugen – ähnlich wie bei einer Ultraschalluntersuchung. Die Feldarbeiten dauern voraussichtlich zwei bis drei Wochen. In den betroffenen Zonen kann es zu Geräuschen, Erschütterungen und kurzen Verkehrsverzögerungen kommen.

Besonders vielversprechend sind nach Angaben der STAWAG verkarsete devonische Kalksteine, die in Tiefen von zwei bis drei Kilometern liegen. Diese Formation, die nördlich der Linie Aachen–Düsseldorf–Arnsberg verläuft, weist eine hohe Porosität (bis zu 14 Prozent) und Durchlässigkeit auf – ideale Voraussetzungen, um heißes Tiefenwasser zu fördern. Die gesammelten Daten sollen klären, ob die Region langfristig mit geothermischer Wärme versorgt werden kann.

Um die Bevölkerung zu informieren, veranstaltet die STAWAG zwei Bürgerinformationsveranstaltungen: Die erste findet am 22. November in Stolberg statt, die zweite am 25. November in Aachen-Brand. Interessierte können dort ein Vibroseis-Fahrzeug besichtigen und sich von Fachleuten die Technologie und ihre Ziele erklären lassen. Weitere Details, darunter die genauen Messrouten, sind auf der Website der STAWAG abrufbar.

Das Projekt ist Teil einer umfassenden Strategie, die regionale Wärmeversorgung unabhängiger, erneuerbarer und klimafreundlicher zu gestalten. Sollten die Untersuchungen erfolgreich verlaufen, könnte tiefe Geothermie eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Heizmethoden bieten.

Die Messkampagne markiert den ersten Schritt zur Erschließung des geothermischen Potenzials in Aachen. Bevor die Arbeiten im Dezember beginnen, haben Anwohner die Möglichkeit, sich über das Vorhaben zu informieren. Die Ergebnisse könnten künftige Lösungen für die erneuerbare Energiegewinnung in der Region prägen.

Quelle