Solingens Radroute "Veloroute 2" spaltet Stadt: Parkplatz-Streit und Wirtschaftsängste
Nelly GirschnerSolingens Radroute "Veloroute 2" spaltet Stadt: Parkplatz-Streit und Wirtschaftsängste
Pläne für Solingens Radroute "Veloroute 2" stoßen auf massiven Widerstand – sowohl bei lokalen Unternehmen als auch in politischen Kreisen. Über 270 Parkplätze könnten wegfallen, was Befürchtungen vor wirtschaftlichen Einbußen und Verkehrsbehinderungen schürt. Kritiker monieren, die städtischen Vorschläge böten keine praktikablen Alternativen für Autofahrer und Lieferdienste.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen zwei zentrale Abschnitte: der Ohliger City-Ring und die Merscheider Straße. Nach aktuellem Stand sollen mehr als 70 Stellplätze in der Nähe des City-Rings und über 200 entlang der Merscheider Straße weichen, um Platz für die neue Fahrradstrecke zu schaffen. Zwar sind 150 Ersatzparkplätze vorgesehen, doch Gegner halten dies für unzureichend, um den Bedarf zu decken.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, warnt, dass weniger Parkmöglichkeiten Kunden vertreiben könnten. Einzelhändler und Dienstleister seien auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen – ein Rückgang der Parkplätze führe unweigerlich zu weniger Laufkundschaft. Zudem gebe es Sorgen um Lieferverkehr: Engpässe bei Ladezonen könnten die Logistik erschweren, so die Kritik.
Die MIT Solingen übt auch grundsätzliche Kritik am Planungsprozess. Anwohner und Unternehmen seien zu spät einbezogen worden, heißt es. Die Gruppe fordert nun ein Umdenken und appelliert an die Politik, Radinfrastruktur besser mit den Bedürfnissen von Autofahrern, öffentlichem Nahverkehr und der lokalen Wirtschaft in Einklang zu bringen.
Weitere Bedenken betreffen mögliche Verspätungen im Busverkehr. Sollte sich der Verkehrsfluss ändern, könnten Linien unzuverlässiger werden – mit Folgen für Pendler und Fahrgäste, die auf den ÖPNV angewiesen sind.
Ziel der Veloroute 2 ist es zwar, das Radfahren in Solingen attraktiver zu machen. Doch die Auswirkungen auf Parkplätze und Verkehr haben scharfe Kritik ausgelöst. Während Unternehmen vor wirtschaftlichen Risiken warnen und die MIT mehr Bürgerbeteiligung einfordert, könnte die Stadt ihre Pläne nachbessern müssen. Die Entscheidung wird zeigen, wie gut es gelingt, den Radverkehrsausbau mit bestehenden Verkehrs- und Wirtschaftsinteressen zu vereinen.






