Solingen fordert grundlegende Reform der Notfallversorgung statt bloßer Sparmaßnahmen
Marlene SeifertSolingen fordert grundlegende Reform der Notfallversorgung statt bloßer Sparmaßnahmen
Solingen begrüßt die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Notfallversorgung. Die Stadt betont, dass eine vollständige Kostenerstattung für alle Notfalldienste garantiert werden müsse. Beamte warnen davor, die Reformen als reines Sparvorhaben statt als Maßnahme zur Qualitätsverbesserung zu betrachten.
Die Stadtverwaltung hat klargestellt, dass die Standards der Notfalldienste den gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungsplänen folgen. Diese werden nicht allein von den Kommunen festgelegt. Solingen weist zudem Vorwürfe zurück, wonach die Gemeinden durch den Ausbau der Dienste die Kosten in die Höhe treiben.
Laut Stadt liegt das eigentliche Problem im veralteten Finanzierungssystem, das den Anforderungen der modernen Notfallmedizin nicht gerecht wird. Zwar wurde für 2026 eine vorübergehende Finanzierungslösung vereinbart, doch löst diese nicht das grundsätzliche Problem der langfristigen Bezahlung der Notfallversorgung.
Solingen argumentiert, dass die Kommunen die Last der Finanzierungsdebatte nicht allein tragen sollten. Zudem macht die Stadt darauf aufmerksam, dass Einsätze, bei denen Rettungswagen ausrücken, aber keine Patientin oder kein Patient transportiert wird – sogenannte „Fehlalarm“-Einsätze –, zur Realität des Dienstes gehören. Das Ziel der Stadt bleibt es, allen Bürgerinnen und Bürgern eine schnelle, zuverlässige und hochwertige Notfallversorgung zu sichern.
Die Stadt fordert eine gemeinsame Überprüfung mit allen Beteiligten. Ziel ist es, Verantwortung, Qualitätsstandards und Finanzierung in Einklang zu bringen. Ohne diese Anpassungen, so die Warnung Solingens, werde das Notfallversorgungssystem weiterhin unter finanzieller Belastung leiden.
