16 March 2026, 22:12

Ölpreise explodieren – doch Wasserstoffunternehmen kämpfen trotz Boom mit Rückschlägen

Ein schlankes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem Schwarz, das mit seinen Komponenten einschließlich der Batterie und des Kraftstofftanks beschriftet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.

Ölpreise explodieren – doch Wasserstoffunternehmen kämpfen trotz Boom mit Rückschlägen

Wasserstoffunternehmen erleben gemischte Entwicklungen, während die Ölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen steigen

Die anhaltenden Konflikte im Iran, die Anfang März 2026 eskalierten, haben den Preis für Brent-Rohöl auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben – ein deutlicher Anstieg gegenüber etwa 70 Dollar im Vorjahr. Diese Volatilität befeuert das Interesse an grünem Wasserstoff als Alternative, doch viele Unternehmen der Branche kämpfen weiterhin mit operativen und finanziellen Herausforderungen.

Der jüngste Preisschub folgt einer Blockade in der Straße von Hormus und der weiteren Zuspitzung der Lage im Nahen Osten. Noch vor Kurzem hatten Analysten für 2026 einen Rückgang auf 55 bis 56 Dollar prognostiziert. Doch der plötzliche Anstieg lenkt die Aufmerksamkeit nun auf die Energiesicherheit – und grüner Wasserstoff, langfristig als Alternative gehandelt, rückt bei Investoren und Politikern stärker in den Fokus.

Trotz dieses Rückenwindes verzeichnen einzelne Unternehmen Rückschläge. Der britische Wasserstoffspezialist ITM Power kündigte zwar eine große Investition in ein neues Großprojekt an, doch der Aktienkurs gab am Montag um 2,1 % nach. Anleger zeigen sich skeptisch, ob das Unternehmen nachhaltige Erfolge liefern kann. Ähnlich erging es Bloom Energy: Die Aktie fiel am Freitag um 1,7 % auf 154,51 Dollar, da Zweifel an der Fähigkeit wachsen, künftig Aufträge im KI-Sektor zu sichern.

Auch der norwegische Wasserstoffpionier Nel ASA steht unter Druck. Die Aktie notiert nur knapp über dem Allzeittief von 0,17 Euro, obwohl eine kleine Gruppe von Investoren noch Hoffnung hegt. Das Unternehmen leidet unter schwacher Auftragslage und sinkenden Umsätzen – trotz eines Geschäftsmodells, das weiterhin auf Wasserstoff setzt.

Gleichzeitig bleiben praktische Hindernisse bestehen. In Bielefeld stehen wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge wegen Treibstoffmangels still. Die lokalen Behörden winken ab und bezeichnen das Problem als vorübergehende Panne in ihrem Engagement für wasserstoffbasierte Mobilität.

Der starke Anstieg der Ölpreise treibt zwar mehr Investitionen in grünen Wasserstoff als stabile Energiequelle voran. Unternehmen wie Nel ASA, Plug Power und ITM Power könnten langfristig davon profitieren. Doch kurzfristig belasten finanzielle und operative Hürden die Branche – und die Aktienkurse spiegeln die Unsicherheit der Anleger über die künftige Performance wider.

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