17 March 2026, 10:12

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Comedy trifft auf Bahn-Realität

Schwarzes und weißes Cartoon von Menschen, die auf einen Zug schauen mit "humoristische Listen 18" darauf geschrieben.

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Comedy trifft auf Bahn-Realität

Anke Engelke – von der Komikerin zur Zugbegleiterin

Die bekannte Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke hat schon lange verschiedene Berufe ausprobiert, um ihren Horizont zu erweitern. Ihre Neugier führte sie zur Deutschen Bahn, wo sie über sechs Monate in der Logistik arbeitete – sogar als Zugbegleiterin. Diese Erfahrung inspirierte später eine kurzlebige Comedy-Serie, die sowohl Aufmerksamkeit als auch Kontroversen auslöste.

Engelkes Zeit bei der Deutschen Bahn begann mit einem Praktikum, in dem sie Mitarbeiter begleitete und verschiedene Aufgaben übernahm. In der Webserie Boah, Bahn! spielte sie Tina, eine fiktive Zugchefinnen – eine humorvolle Auseinandersetzung mit dem Arbeitsalltag der Bahnbeschäftigten. Die Idee entstand aus ihren Beobachtungen: Trotz verbaler Angriffe und körperlicher Auseinandersetzungen zeigten viele Kollegen bemerkenswerten Einfühlungsvermögen.

Doch die Kampagne stieß auf sofortige Kritik. Gegner warfen vor, sie verharmlose reale Probleme – besonders nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter und anhaltenden Verspätungen. Politiker hinterfragten den Zeitpunkt einer imageorientierten Werbung mitten in einer Betriebskrise. Zudem kam es zu einem Plagiatsvorwurf, und die Serie wurde leise eingestellt. Engelke, die privat häufig mit der Bahn fährt und stets eine Maske trägt, hatte das Projekt als lockere Hommage gedacht – doch die Rezeption verlief anders.

Jenseits der Bahn hat Engelke auch andere Jobs ausprobiert, etwa bei der Ernte in einem Bio-Kosmetikunternehmen. Ihr journalistischer Hintergrund treibt sie an: Sie schätzt eigene Erfahrungen, um sich eine Meinung zu bilden, statt sich auf Vermutungen zu verlassen.

Die Serie Boah, Bahn! änderte weder die Arbeitsbedingungen bei der Deutschen Bahn noch die öffentliche Meinung. Engelkes Engagement, obwohl gut gemeint, geriet in die Debatte um Bahnsicherheit und Unternehmenskommunikation. Fürs Erste bleibt ihr Fokus darauf, neue Rollen zu erkunden – auf und hinter der Bühne.

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