NRW setzt KI in allen Finanzämtern ein – Steuerbescheide werden schneller bearbeitet
Tom GießNRW setzt KI in allen Finanzämtern ein – Steuerbescheide werden schneller bearbeitet
Nordrhein-Westfalen (NRW) führt künstliche Intelligenz in allen 104 Finanzämtern ein. Das System soll routinemäßige Steuerbescheide automatisieren und so die Bearbeitung unkomplizierter Fälle beschleunigen. Behördenvertreter bezeichnen den Schritt als Meilenstein für die digitale Steuerverwaltung.
Der KI-Pilotversuch startete vor einem Jahr an vier Standorten: Brühl, Bielefeld-Außenstadt, Hamm und Lübbecke. Nun wird die Technologie flächendeckend im Land ausgerollt. Im Fokus stehen einfache Steuererklärungen, etwa von Arbeitnehmern mit festem Einkommen, Rentenbeiträgen oder grundlegenden Kapitalerträgen.
Das Finanzministerium NRW gibt an, das erste Bundesland zu sein, das KI systematisch für das Risikomanagement bei der Einkommensteuer einsetzt. Das System soll die manuellen Prüfhinweise um rund 800.000 Fälle pro Jahr reduzieren. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu den manuellen Prüfungen des Vorjahres vor, doch markiert die Umstellung einen grundlegenden Wandel in der Steuerbearbeitung.
Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) bezeichnete die KI als Instrument für eine bürgerfreundlichere Verwaltung. Auch der Bund der Steuerzahler NRW begrüßte die Neuerung und sieht darin eine Weiterentwicklung bestehender Vorprüfverfahren. Trotz schnellerer Bearbeitung rät man Steuerzahlern weiterhin, ihre Bescheide genau zu prüfen.
Das Ministerium spricht von einer «Win-Win-Situation»: Steuerpflichtige erhalten ihre Bescheide früher, während die Behörden mehr Zeit für komplexe Fälle gewinnen. Die KI ist mittlerweile in allen NRW-Finanzämtern aktiv, bearbeitet Routinefälle automatisch und entlastet so die Mitarbeiter. Die Bearbeitungszeiten sollen sich verkürzen, ohne dass die Sorgfaltspflicht der Steuerzahler entfällt. Das Land erwartet durch die Umstellung eine deutliche Effizienzsteigerung.






