Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – Branche steht vor 100-Millionen-Schock
Nelly GirschnerMediengruppe Stein meldet Insolvenz – Branche steht vor 100-Millionen-Schock
Deutschlands zweitgrößter Fachmedienvertrieb, die Mediengruppe Stein, meldete Anfang Oktober 2022 Insolvenz an. Der Zusammenbruch folgt auf einen ähnlichen Schritt der Tochtergesellschaft A. Stein'sche Buchhandlung, die bereits wenige Wochen zuvor, am 17. September, Insolvenzschutz beantragt hatte. Das Scheitern der Gruppe sendet Schockwellen durch die Branche und gefährdet Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro.
Die Probleme begannen, als die A. Stein'sche Buchhandlung mit 80 Mitarbeitenden Mitte September Insolvenz anmeldete. Kurz darauf zog die Mediengruppe Stein – mit 250 Beschäftigten – nach. Auch die 18 Tochterunternehmen des Konzerns, darunter Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller, beantragten Insolvenzschutz.
Jörg Pieper, Leiter Content-Akquisition und Verlagsbeziehungen bei Get More Brain, zeigte sich überrascht über die rasche Expansion der Mediengruppe Stein in den vergangenen Jahren. Die Gruppe hatte aggressiv Unternehmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco übernommen. Pieper betonte, dass sich die Integration dieser Firmen – inhaltlich, technologisch und personell – als weitaus schwieriger erwies als erwartet.
Der Kollaps stürzt den Markt in Turbulenzen; Pieper warnt vor massiver Verunsicherung. Branchenakteure sehen sich nun mit einem Wettlauf um die 100 Millionen Euro konfrontiert, die bisher mit den Geschäften der Mediengruppe Stein verbunden waren.
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Die Insolvenz der Mediengruppe Stein und ihrer Tochtergesellschaften erschüttert den deutschen Fachmediensektor. Mit 100 Millionen Euro an unsicheren Umsätzen müssen Wettbewerber und Partner sich nun an die plötzliche Veränderung anpassen. Die Krise unterstreicht zudem die Risiken eines raschen Wachstums ohne gelungene Integration.






