Ehemaliger Dome-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Kritik an historischer Wende
Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen
Die weltberühmte Kathedrale, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, ist derzeit noch kostenlos zugänglich. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner übt scharfe Kritik an den Plänen und bezeichnet sie als "sehr problematisch" – sowohl für Einheimische als auch für Touristen.
Die Domverwaltung strebt an, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Zwar steht die genaue Höhe noch nicht fest, doch an anderen deutschen Stätten liegen vergleichbare Preise zwischen 5 und 15 Euro. Schock-Werner räumt zwar ein, dass zusätzliche Einnahmen nötig seien, warnt jedoch, eine Eintrittsgebühr könnte den Dom zu einer exklusiven Attraktion für Wohlhabende machen.
Zudem befürchtet sie, dass eine Bezahlpflicht den Charakter des Bauwerks verändern könnte. Als eine der bekanntesten katholischen Kirchen der Welt steht der Dom seit jeher allen offen. Zudem beherbergt er die Reliquien der Heiligen Drei Könige – ein wichtiger Anziehungspunkt für Pilger und Touristen gleichermaßen.
In den vergangenen fünf Jahren stießen Gebühren an anderen historischen Stätten Deutschlands auf Widerstand. Als der Kölner Dom 2023 erstmals Eintrittsgelder testete, um Besucherschlangen zu regulieren, gab es Proteste. Der Aachener Dom zog 2024 mit Gebühren für bestimmte Bereiche nach. Während sich manche Besucher mittlerweile an die Änderungen gewöhnt haben, entbrannten die Diskussionen 2025 erneut, als Köln die Preise erhöhte.
Die geplante Gebühr kommt zu einer Zeit, in der der Dom nach Wegen sucht, dringende Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten zu finanzieren. Sollte der Plan umgesetzt werden, wäre dies ein historischer Einschnitt für einen Ort, der seit Jahrhunderten als kostenloser öffentlicher Raum gilt. Die Entscheidung könnte zudem ein Präzedenzfall für andere große religiöse Stätten werden, die unter ähnlichem finanziellen Druck stehen.