Kim de l'Horizons Kein Körper passt erobert die Berliner Bühne mit roher Emotion
Patrik WesackKim de l'Horizons Kein Körper passt erobert die Berliner Bühne mit roher Emotion
Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman Kein Körper passt feiert Bühnenpremiere in Berlin
Die ausverkaufte Uraufführung des Stücks fand am Dienstagabend in der Vaganten Bühne in Charlottenburg statt. Die Geschichte begleitet Kim, eine genderfluide Protagonistin, auf einer tief persönlichen Reise durch Erinnerung, Trauma und Selbstfindung.
Im Mittelpunkt des Bühnenstücks steht Kim, eine Erzählerin, die von drei Schauspieler:innen verkörpert wird: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Ihre Suche beginnt, als Kims Großmutter an Demenz erkrankt und sie in ihre Kindheit in einem Schweizer Vorort zurückwirft. Dort, unter einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat, findet Kim flüchtige Geborgenheit.
Kims Erkundung führt sie durch dunkle Familiengeschichten – transgenerationale Traumata von Zwangsabtreibungen, Massenvergewaltigungen und verlorenen Kindern. Sie liest diese Geschichten laut vor und stellt sich der Last der Vergangenheit. Gleichzeitig taucht sie in Berlins Nachtleben ein, nutzt Grindr als Wegweiser durch eine Welt aus Sex und fließender Identität.
Die Erzählung verfolgt auch die Wurzeln der Blutbuche, ein Symbol, das Kim mit ihrer mütterlichen Blutlinie verbindet. Auf dieser Suche stellt sie sich der Scham und sucht nach Selbstakzeptanz in einem Körper, der sich binären Definitionen entzieht. Der Roman, der 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, entfaltet sich nun mit derselben rohen Intensität auf der Bühne.
Die Bühnenadaption von Kein Körper passt markiert einen mutigen Schritt, um Kims Geschichte einem größeren Publikum näherzubringen. Mit der ausverkauften Premiere setzt das Stück die literarische Erforschung von Identität, Trauma und dem Streben nach Zugehörigkeit fort. Der Erfolg der Produktion spiegelt die wachsende Nachfrage nach Erzählungen wider, die über traditionelle Grenzen hinausgehen.






