17 March 2026, 02:10

Kerendia-Studie zeigt Durchbruch – doch Roundup-Prozesse belasten den Pharmakonzern

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler sparen werden, da Medicare niedrigere Arzneimittelpreise verhandeln kann" mit einem Logo.

Kerendia-Studie zeigt Durchbruch – doch Roundup-Prozesse belasten den Pharmakonzern

Ein großer Pharmakonzern hat vielversprechende Ergebnisse der Phase-III-Studien für sein Medikament Kerendia bekannt gegeben – ein möglicher Durchbruch, der die Anwendung auf eine deutlich größere Patientengruppe ausweiten könnte. Die Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen gleichzeitig mit anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen und finanziellen Belastungen durch hohe Prozesskosten zu kämpfen hat.

Anleger reagierten positiv: Nach Bekanntgabe des medizinischen Fortschritts stiegen die Aktienkurse um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Das Präparat Kerendia, dessen Wirkstoff Finerenon heißt, war zunächst nur für Nierenpatienten mit Typ-2-Diabetes und bestimmten Formen von Herzinsuffizienz zugelassen. Doch die jüngste FIND-CKD-Studie zeigte, dass das Medikament sein primäres Ziel auch bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung erreichte. Dieser Erfolg folgt auf frühere Zulassungen, darunter die Genehmigung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) im Dezember 2020 für diabetische Nierenerkrankungen, sowie weitere Ausweitungen in mehreren Ländern zwischen 2024 und 2025.

Das Unternehmen plant nun, einen Antrag auf erweiterte Zulassung bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) einzureichen. Bei einer Bewilligung könnte sich die Zahl der behandlungsberechtigten Patienten deutlich erhöhen. Dieser Schritt folgt auf regulatorische Anträge in Japan, Kanada und Australien, die durch Daten aus Studien wie FIGARO-DKD und FIDELIO-DKD gestützt werden.

Gleichzeitig bleiben die finanziellen Herausforderungen bestehen. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine kumulierte Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro. Hauptgrund für die Verluste sind die hohen Prozesskosten, insbesondere durch die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup.

Die rechtlichen Entwicklungen stehen weiterhin im Fokus der Anleger. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup-Etiketten führen; eine Entscheidung wird bis Mitte Juni 2026 erwartet. Zudem sorgt eine Verordnung zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung für Aufmerksamkeit.

Auch die Hauptversammlung des Unternehmens ist für den 1. April 2026 angesetzt. Die Aktionäre werden über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen.

Der jüngste klinische Erfolg von Kerendia könnte zu einer deutlich größeren Patientengruppe führen, falls die FDA die erweiterte Anwendung genehmigt. Die gestiegenen Aktienkurse spiegeln das Vertrauen der Anleger in das Potenzial des Medikaments wider.

Doch die juristischen und finanziellen Probleme bleiben ungelöst. Die Entscheidung des Supreme Court zu den Roundup-Warnhinweisen und die Schuldenlast des Unternehmens werden voraussichtlich seine weitere Entwicklung maßgeblich prägen.

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