Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Sparte übernehmen
Marlene SeifertIndischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Sparte übernehmen
Der indische Stahlproduzent Jindal Steel hat ein unverbindliches Angebot für den Kauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp vorgelegt. Der Vorschlag stößt bei Gewerkschaften und Betriebsräten auf Zustimmung. Der Vorstand von Thyssenkrupp prüft das Angebot nun, wobei finanzielle Stabilität, die grüne Wende und der Erhalt von Arbeitsplätzen im Mittelpunkt stehen.
Jindal Steel reichte das indikative Angebot im Rahmen seiner Expansionspläne in Europa ein. Das Unternehmen strebt an, Thyssenkrupp Steel zum größten integrierten und klimafreundlichen Stahlproduzenten des Kontinents auszubauen. Zudem hat es zugesagt, das DRI-Werk in Duisburg fertigzustellen und weitere über 2 Milliarden Euro in das Geschäft zu investieren.
Der indische Konzern verzeichnete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Gewinnmarge von 22 Prozent. Die Stahlsparte von Thyssenkrupp selbst erzielte 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis von 261 Millionen Euro. Jindal Steel beabsichtigt zudem, das industrielle Erbe von Thyssenkrupp zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Die IG Metall, die deutsche Industriegewerkschaft Metall, begrüßte das Angebot als gute Nachricht für die Beschäftigten. Der Betriebsrat von Thyssenkrupp Steel bezeichnete den Vorschlag als positiven Schritt und erklärte sich gesprächsbereit.
Der Thyssenkrupp-Vorstand wird das Angebot anhand wirtschaftlicher, ökologischer und beschäftigungspolitischer Kriterien bewerten. Bei einer Zustimmung könnte der Deal Arbeitsplätze sichern und die grüne Transformation der Sparte beschleunigen. Die Investitionspläne von Jindal Steel könnten zudem die Position Duisburgs als zentraler Standort der Stahlproduktion stärken.






