Förderstopp gefährdet Antidiskriminierungsarbeit an Schulen bundesweit
Marlene SeifertFörderstopp gefährdet Antidiskriminierungsarbeit an Schulen bundesweit
Kürzungen bei Bundesmitteln gefährden Antidiskriminierungsprojekte an deutschen Schulen
Mehr als 200 Initiativen, darunter auch das Projekt an der Schule von Felix Bjerke, verlieren bis Dezember ihre staatliche Förderung. Die Streichungen lösen Besorgnis bei Pädagog:innen und Aktivist:innen aus, die sich gegen Rassismus und Extremismus engagieren.
Felix Bjerke leitet an seiner Schule das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", wo 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben. In Workshops werden Themen wie Antirassismus, Antisemitismus, Extremismusprävention und Verschwörungstheorien behandelt. Doch Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency, die mit der Schule kooperieren, stehen nun vor dem Aus der Bundesförderung.
Betroffen sind auch langfristige Projekte wie das Kölner Demokratiefestival. Viele der gestrichenen Initiativen arbeiten in Ostdeutschland – einer Region, in der rechtsextreme Einflüsse besonders stark sind. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigte die Entscheidung und behauptete, das Programm habe sich zu sehr mit einer "linksliberalen Agenda" identifiziert.
Als Reaktion hat sich ein Bündnis von Gruppen mit der Petition "Schulen stellen sich quer" formiert. Sie fordert Politiker:innen auf, Lehrkräfte im Kampf gegen Diskriminierung und Hass zu unterstützen. Die Förderkürzungen haben zudem die Debatte über die politische Neutralität von Lehrer:innen im Unterricht verschärft.
Ohne staatliche Mittel blicken Schulen und NGOs einer ungewissen Zukunft entgegen. Projekte gegen Rassismus und Extremismus kämpfen ums Überleben – der Erfolg der Petition könnte entscheiden, ob sie das Jahresende überdauern.






