25 June 2026, 12:08

Energieeffizienzgesetz: Bundesregierung lockert Regeln für Rechenzentren bis 2030

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energieeffizienzgesetz: Bundesregierung lockert Regeln für Rechenzentren bis 2030

Die deutsche Bundesregierung hat gelockerte Vorschriften für Rechenzentrumsbetreiber im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes verabschiedet. Die Änderungen verlängern Fristen und mildern Effizienzziele – und stoßen sowohl in der Wirtschaft als auch bei Umweltschützern auf Zustimmung und Kritik.

Nach dem überarbeiteten Gesetz haben Rechenzentren nun bis 2030 Zeit, ihren Stromverbrauch vollständig durch erneuerbare Energien auszugleichen. Zudem gelten weniger strenge Effizienzvorgaben: Betreiber erhalten vier statt bisher zwei Jahre, um die Anforderungen zu erfüllen. Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt, es sei denn, es existiert ein lokales Fernwärmenetz.

Auch die Schwelle für verpflichtende Energie- oder Umweltmanagementsysteme wurde angehoben. Sie gilt nun nur noch für Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete die Neuerungen als „praktikable, realitätsnahe Regeln für Rechenzentren“. Peter Adrian vom DIHK begrüßte sie als „deutliche Entlastung“ für die Unternehmen. Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Linda Klapdor von Greenpeace warf der Regierung vor, mit den Änderungen „neue Schlupflöcher für Tech-Konzerne“ zu schaffen, während Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch die Reformen als „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ brandmarkte. Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft kritisierte, die Bundesregierung verfehle den Spagat zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die gelockerten Bestimmungen geben Rechenzentrumsbetreibern mehr Zeit und Spielraum, um die Effizienzziele zu erreichen. Gleichzeitig verringern sie die unmittelbaren Verpflichtungen zur Abwärmenutzung und zum Energiemanagement. Während Wirtschaftsverbände die Reformen befürworten, äußern Umweltorganisationen scharfe Ablehnung.

Quelle