Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit über einem Jahr untätig
Nelly GirschnerDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit über einem Jahr untätig
Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd liegt seit über einem Jahr auf Eis
Die 2023 eingerichtete Kommission sollte die Haltung der Stadt zu Ausstellern prüfen, die auf Messen afrikanische Jagdreisen bewerben. Doch mit der nahenden Jagd und Hund-Messe werden die Rufe nach Handlung immer dringlicher.
Die Untätigkeit der Kommission lässt zentrale Fragen offen – etwa, ob solche Jagden dem Artenschutz dienen oder bedrohte Arten weiter gefährden.
Der Druck zur Gründung der Kommission kam von den Grünen, der SPD und der Linken. Diese Parteien sowie kleinere Fraktionen forderten noch vor der Sommerpause eine Sitzung. Auslöser war der umstrittene Beschluss Botswanas aus dem Jahr 2022, Elefantenjagd-Touren anzubieten – eine Debatte, die ganz Deutschland bewegte. Dennoch hat weder die Bundes- noch eine Landesregierung ihre Position zu kommerziellen Großwildjagd-Touren in Afrika geändert.
Von Anfang an stieß die Kommission auf Widerstand: Die CDU plädierte für eine Verschiebung der ersten Sitzung, die AfD lehnte ihre Existenz grundsätzlich ab. Nun räumte Dortmunds Oberbürgermeister ein, dass es keine Protokolle über Treffen gibt – Schuld sei eine lückenhafte Aktenführung. Das bedeutet: Seit ihrer Gründung gab es weder Diskussionen noch Ergebnisse oder Empfehlungen.
Ihr ursprünglicher Auftrag war klar: bewerten, ob Großwildjagd dem Artenschutz nützt oder den Rückgang bedrohter Arten beschleunigt. Die Erkenntnisse sollten Dortmunds Entscheidung prägen, ob Aussteller auf künftigen Jagd und Hund-Messen weiterhin Jagdreisen bewerben dürfen. Doch mit der anstehenden Veranstaltung fehlt der Stadt nach wie vor der ethische Rahmen, den sie schaffen wollte.
Ohne dokumentierte Sitzungen oder Schlussfolgerungen bleibt die Zukunft der Kommission ungewiss. Die bevorstehende Messe erhöht den Druck auf Antworten – doch ein Zeitplan für Handlungen steht nicht. Bis auf Weiteres bleibt Dortmunds Umgang mit Großwildjagd-Ausstellern unverändert – und die Debatte ungelöst.
Messe setzt sich fort, während die ethische Debatte anhält
Die JAGD & HUND 2026-Messe endete am 1. Februar 2026 ohne dokumentierte ethische Einschränkungen für Trophäenjagd-Aussteller. Wichtige Entwicklungen sind:
- Die Organisatorin Sabine Loos beschrieb die Veranstaltung als "das zentrale Treffen der Jagdgemeinschaft" mit erfolgreichen Präsentationen von Zuchtvereinen.
- Politisches Engagement wurde hervorgehoben, wobei 33 Vereine 59 Hunderassen Politikern präsentierten.
- Trotz des Erfolgs der Messe blieb die Debatte über die Auswirkungen der Großwildjagd auf gefährdete Arten durch die gestoppte Ethikkommission der Stadt ungelöst.






