Deutsche Bühnen feiern Comeback der Theater-Marathons mit epischen Stücken
Tom GießDeutsche Bühnen feiern Comeback der Theater-Marathons mit epischen Stücken
Deutsche Theater bringen Marathon-Aufführungen zurück – nach Jahren mit kürzeren Stücken
Während und nach der Pandemie hatten viele Produktionen die Pausen gestrichen, um die Spieldauer zu verkürzen. Nun kehren ausufernde Epen in voller Länge auf die Bühne zurück.
Die Berliner Volksbühne wird bald Peer Gynt wiederaufnehmen – eine Inszenierung in zwei Teilen, deren erster Akt allein acht Stunden dauert. Damit knüpft das Haus an eine lange Tradition extensiver Theaterabende in Deutschland an. Bereits 2023 zeigte das Schauspielhaus BochumDie Brüder Karamasow in einer siebenstündigen, durchgehenden Fassung.
Ein weiteres Beispiel ist Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen, das die Münchner Kammerspiele in diesem Jahr beim Berliner Theatertreffen präsentierten. Die siebenstündige Produktion umfasst drei Pausen – inklusive Bewirtung für das Publikum. Das Festival findet jährlich vom 1. bis zum 17. Mai statt.
Extrem lange Stücke sind kein Novum: Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele 1999 dauerte volle zwölf Stunden. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spieldauern statistisch, doch der Trend zu Theater-Marathons hält seit Jahrzehnten an.
Die Rückkehr zu langatmigen Inszenierungen markiert einen Bruch mit den kürzeren, pausenlosen Stücken der letzten Jahre. Das Publikum kann nun wieder epische Erzählungen in ihrem vollen, ungekürzten Umfang erleben. Häuser wie die Volksbühne oder die Kammerspiele gehen mit Aufführungen voran, die weit über die übliche Spieldauer hinausgehen.






