Chefket-Konzert in Berlin nach Antisemitismus-Vorwürfen wegen Israel-Karte abgesagt
Tom GießAntisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Konzert in Berlin nach Antisemitismus-Vorwürfen wegen Israel-Karte abgesagt
Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wurde nach einer Kontroverse um seine Instagram-Posts abgesagt. Die Bilder zeigten T-Shirts mit einer Karte des israelisch-palästinensischen Gebiets, auf der Israel nicht verzeichnet war. Kritiker, darunter die Zeitung Bild, bezeichneten die Posts als antisemitisch und als Leugnung von Israels Existenzrecht.
Die Veranstaltung war Teil der Reihe Die Möglichkeit der Irrationalität von Jan Böhmermann und sollte am 7. Oktober stattfinden. Nach öffentlichem Protest und dem Rückzug anderer Künstler zog Böhmermann die Einladung an Chefket jedoch zurück.
Der Streit begann, als Bild Chefket vorwarf, mit seinen Instagram-Posts antiisraelische Positionen zu verbreiten. Die fraglichen T-Shirts zeigten eine Landkarte der Region ohne Israels Grenzen, was von manchen als Ablehnung des Staates Israel interpretiert wurde. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nannte die Darstellung eine Provokation und betonte, dass Antisemitismus in der öffentlichen Debatte keinen Platz habe.
Chefket hat sich bislang nicht öffentlich zu der Kritik geäußert oder die Posts erklärt. Seine Musik und frühere Äußerungen lassen jedoch keine klaren Hinweise auf antisemitische oder antiisraelische Haltungen erkennen. Dennoch eskalierte die Diskussion rasant, wobei sich die gegnerischen Lager gegenseitig als Antisemiten und Zionazis beschimpften.
Auch andere Künstler, die beim HKW-Event auftreten sollten, sagten ihre Teilnahme ab. Sie begründeten dies mit Unbehagen über den Umgang mit dem Gaza-Konflikt und die Reaktion der Institution. Kritiker warfen Böhmermann vor, durch den Ausschluss Chefkets jede Chance auf eine sachliche Auseinandersetzung verbaut zu haben. Statt einen Dialog zu fördern, vertiefte die Situation die Gräben und ließ zentrale Fragen unbeantwortet.
Die Absage von Chefkets Auftritt markiert das Ende einer hitzigen, aber ergebnislosen Debatte. Die HKW-Veranstaltung verlor mehrere Teilnehmer, und eine offizielle Stellungnahme des Rappers blieb aus. Gleichzeitig hat der Vorfall die anhaltenden Spannungen darüber verdeutlicht, wie politische Symbolik in der Kunst interpretiert und gehandhabt wird.






