Bergisch Gladbach scheitert an der Kinderbetreuungspflicht – Dutzende Familien betroffen
Tom GießBergisch Gladbach scheitert an der Kinderbetreuungspflicht – Dutzende Familien betroffen
Bergisch Gladbach kämpft mit der Bereitstellung gesetzlich vorgeschriebener Kinderbetreuung für Dutzende Kinder. Die Stadt verfügt nicht über ausreichend Platz, um ihren Verpflichtungen nachzukommen – viele Familien bleiben ohne garantierte Betreuung. Ein neues Gesetz wird ab 2026 schrittweise einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für alle Grundschulkinder in Deutschland einführen, beginnend mit den Erstklässlern.
Ab dem kommenden Schuljahr erhalten 185 Kinder in Bergisch Gladbach trotz Anmeldung keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS). An der GGS Heidkamp konkurrieren fast 300 Schülerinnen und Schüler um nur 200 OGS-Plätze. Durch den Mangel bleiben 32 Kinder, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, ohne einen Platz.
An der GGS Moitzfeld stehen lediglich 140 OGS-Plätze für 240 Kinder zur Verfügung – damit werden etwa 58 Prozent des Bedarfs abgedeckt. Dreizehn Erstklässler mit gesetzlichem Betreuungsanspruch gehen dort leer aus. Ohne OGS müssen Familien für Erstklässler ab 11:30 Uhr eine alternative Betreuung organisieren, während ältere Schülerinnen und Schüler ein bis zwei Stunden später Schulschluss haben.
Randzeitenbetreuung wird derzeit an vier Grundschulen angeboten, doch sie erfüllt nicht die gesetzliche Vorgabe von acht Stunden täglich zwischen 8 und 16 Uhr. Um die Situation zu entlasten, plant die Stadt an der GGS Heidkamp eine „erweiterte Betreuung“ einzuführen, die ab 11:30 bis 14 Uhr bis zu zehn zusätzliche Plätze schafft. Eine größere Erweiterung der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld soll voraussichtlich 2027 beginnen.
Die aktuellen Maßnahmen der Stadt bringen nur begrenzte Entlastung. Viele Familien müssen weiterhin selbst für Betreuungslösungen sorgen. Mit dem Schuljahr 2026/27 wird der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung den Druck weiter erhöhen.
