21 March 2026, 18:12

Abschied vom Berliner Buchstabenmuseum: 3.500 Neonbuchstaben suchen ein neues Zuhause

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Schrift auf der Rückseite.

Abschied vom Berliner Buchstabenmuseum: 3.500 Neonbuchstaben suchen ein neues Zuhause

Das Berliner Buchstabenmuseum schließt am Montag seine Türen

Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben ausgestellt sind, wird am Montag für immer schließen. Finanzielle Schwierigkeiten – darunter ein Rückgang der Besucherzahlen um die Hälfte seit der Pandemie und steigende Kosten – haben die Schließung erzwungen. Gründerin Barbara Dechant und ihr Team stehen nun vor der Aufgabe, die Zukunft der Sammlung zu sichern.

Die Exponate des Museums besitzen großen kulturellen und historischen Wert: Sie bewahren Stücke Berliner Vergangenheit, Designs aus der DDR-Zeit und weitere Zeugnisse deutscher Geschichte. Jahrzehntelang zählte zu den Highlights das Neon-Schild "Zierfisch", das einst als leuchtendes Wahrzeichen am Frankfurter Tor in Friedrichshain strahlte.

Vor über 20 Jahren begann das Museum mit einem Fokus auf Berlins Typografie. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Sammlung um Schilder aus ganz Deutschland sowie aus Österreich und der Schweiz. Dechant, unterstützt von einem Team aus Ehrenamtlichen und einem Verein mit 120 Mitgliedern, war die treibende Kraft hinter diesem Wachstum.

Eines der herausragendsten Stücke ist das Neon-Schild "Zierfisch", das Anfang der 1980er-Jahre entstand. Seine markanten, fließenden Buchstaben und die farbenfrohen Fische erleuchteten jahrzehntelang ein märchenhaftes Hochhaus. Nach dem Abbau wurde das Original im Museum erhalten, während um 1999 ein Nachbau angefertigt wurde.

Trotz seines kulturellen Werts kämpfte das Museum seit Langem mit finanziellen Problemen. Die Besucherzahlen brachen nach der Pandemie stark ein, während Energie- und Betriebskosten stiegen. Ohne nachhaltige Finanzierung blieb die Schließung unvermeidbar.

Dieses Wochenende sind die letzten Öffnungstage. Danach werden Dechant und ihr Team nach Lagerlösungen suchen und eine neue Institution finden müssen, die die Sammlung übernimmt. Ihr Ziel ist es, das Erbe des Museums zu bewahren – selbst wenn der aktuelle Standort in Schwerin geschlossen werden muss.

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Die Schließung wirft die Frage nach der Zukunft der 3.500 Neonbuchstaben auf. Dechants Team wird nun Partnerschaften mit anderen Einrichtungen prüfen, um die Sammlung zu erhalten. Ohne einen neuen Standort droht ein einzigartiges Archiv deutscher Typografie-Geschichte verloren zu gehen.

Quelle